Gröningen l Das ist die erste namentliche Abstimmung in der Geschichte des Verbandsgemeinderates der Westlichen Börde. Zustandegekommen ist sie auf Antrag der Fraktion Gröningen. Ratsvorsitzender Dietmar Hobohm ruft dem Alphabet folgend nun jedes einzelne Ratsmitglied auf, ob es den Beschlussentwurf befürwortet, dagegen stimmt oder sich der Stimme enthält. Was für das Protokoll auch ganz genau festgehalten wird.

Nachdem die einzelnen Stimmen zusammengezählt sind steht fest, dass vom Schuljahr 2020/21 an die Großalsleber Abc-Schützen nicht mehr in die Gröninger Friedrich-Hoffmann-Grundschule, sondern in die Kroppenstedter Grundschule Am Freikreuz eingeschult werden. Zwölf Ratsmitglieder stimmen dafür und vier dagegen. Ein Ratsmitglied enthält sich der Stimme.

Änderung der Schulbezirke

Es ging also in dieser ersten namentlichen Abstimmung soeben um eine Änderung der Schulbezirke, sprich der Einzugsbereiche der vier Grundschulen der Verbandsgemeinde, die bisher identisch mit den Territorien der vier Mitgliedsgemeinden der Westlichen Börde waren. Was aber nun mit diesem Beschluss geändert worden ist, damit die Kroppenstedter Grundschule auch in den nächsten Jahren mit Hilfe des Nachwuchses aus Großalsleben mindestens 60 und damit genügend Schüler hat, um eine selbstständige Schule zu bleiben, wie auch die Verwaltung diesen von ihr vorgelegten Beschlussentwurf begründet hat.

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Hintergrund dieser ganzen Sache ist, dass entgegen früherer Aussichten in der Westlichen Börde nicht mehr nur noch die Grundschulstandorte in Gröningen und Hamersleben, sondern auch die in Kroppenstedt und Ausleben eine längerfristige Zukunft haben könnten. Das geben die prognostizierten Schülerzahlen und das Landesgesetz her.

Eigenständige Schule für Kroppenstedt

Wobei aber in den nächsten ein, zwei Jahren in Kroppenstedt die für eine eigenständige Grundschule erforderlichen 60 Schüler nicht erreicht werden. Deswegen der Beschluss, die Großalsleber Grundschulkinder nach Kroppenstedt zu holen und damit die Mindestschülerzahl für die weitere Eigenständigkeit zu erreichen.

Eine andere Möglichkeit den Grundschulstandort Kroppenstedt zu erhalten wäre gewesen, einen Schulverbund mit der benachbarten Friedrich-Hoffmann-Grundschule zu bilden. Die Voraussetzung, dass eine der Verbundschulen mindestens 80 Schüler und die andere mindestens 40 Schüler haben muss, wäre auf lange Sicht gegeben, da die Gröninger Schule auch in den nächsten Jahren 100 und mehr Schüler haben wird.

Turbulente Diskussion

In der turbulent geführten Diskussion sprechen sich unter anderem Verbandsgemeinderatsmitglieder aus Kroppenstedt, aus der Gemeinde Am Großen Bruch und aus Ausleben für die Änderung der Schulbezirke und damit für die weitere Eigenständigkeit der Kroppenstedter Schule aus. Weil das ihrer Meinung nach die beste Lösung für die Schüler und die Schule ist.

Während die meisten Gröninger Ratsmitglieder zwar genauso uneingeschränkt dafür sind, den Kroppenstedter Schulstandort auf lange Sicht zu erhalten, aber den Schulverbund als die beste Lösung sehen. Wodurch auch den Kindern des Gröninger Ortsteils Großalsleben nicht die Möglichkeit genommen werde, in die Schule ihrer Gemeinde, also in die Gröninger zu gehen.

Befürworter setzen sich durch

Schließlich setzen sich in der Abstimmung die Befürworter der Schulbezirksänderung durch, woraufhin Ernst Brunner als Mitglied des Verbandsgemeinderates und Bürgermeister der Stadt Gröningen erklärt, dass er bei der Kommunalaufsicht gegen diesen Beschluss Widerspruch einlegen werde. Unter anderem, weil in die Entscheidungsfindung weder die Elternvertretung noch die Schulkonferenz der auch betroffenen Gröninger Grundschule einbezogen worden seien, was aber das Landesschulgesetz vorschreibe.