Ausleben l Wenn sich zu Pfingsten nächsten Jahres in Ottleben vor der Kulisse von Schloss Trautenburg abermals der Theater-Vorhang hebt, dann wird unter anderem ein bäuerlicher Junggeselle auf der Bühne stehen, den es zu verkuppeln gilt. Nicht hier und nicht jetzt, sondern bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Warsleben.

„Aber mehr möchte ich nicht verraten“, sagt Doris Damke, die bisher als einzige weiß, was so alles im menschlichen und im tierischen Umfeld des besagten Junggesellen passieren und wie die Sache ausgehen wird. Denn Doris Damke hat dieses Theaterstück in den zurückliegenden Wochen und Monaten geschrieben, angelehnt an überlieferte Begebenheiten wie auch mit einem Gutteil Phantasie. So wie sie auch schon die acht anderen Stücke geschrieben hat, die seit 2011 Jahr für Jahr jeweils am Pfingstsonnabend auf dem Schlossgelände aufgeführt worden sind.

Und das von Anfang an vor einem zahlenmäßig großen und begeisterten Publikum. In dem schon längst nicht mehr nur Einwohner der Großgemeinde Ausleben, sondern auch Stamm-Besucher von außerhalb, unter anderem aus dem niedersächsischen Bad Sachsa oder aus solchen Harz-Orten wie Quedlinburg oder Derenburg sitzen.

Die beispielsweise allesamt zu Pfingsten dieses Jahres das 1812 angesiedelte Stück „Anneken, datt Sünndagskind“ zu sehen bekamen. In dem es um eine Legende vom Teufel, einer gestohlenen Glocke und Sonntagskindern gegangen ist. Um eine Legende also, auf die Ortschronist Peter Fischer in historischen Unterlagen der Gemeinde Ausleben gestoßen war und die Doris Damke sehr gern aufgegriffen und in den Mittelpunkt des besagten Theaterstücks geschrieben hat.

DVD zu sehen

Das nun am heutigen Sonnabend während einer Zusammenkunft des Ausleber Heimat- und Kulturvereins „OtWaAuLingen“ noch einmal zu sehen ist. Nicht live aufgeführt, aber als Film. Vereinsmitglied, Bühnenbildner und Hobbyfilmer Jörg Lange hat nämlich, wie schon in den sieben Jahren zuvor, auch diesmal sowohl die Proben als auch die Aufführung mit der Videokamera festgehalten und daraus einen Film geschnitten.

„Der sicher wieder ganz toll geworden ist“, wie Doris Damke sagt, die aber in der heutigen Zusammenkunft nicht nur auf die diesjährige Aufführung zurückschauen, sondern auch schon mit der Vorbereitung der nächsten beginnen möchte. „Ich werde heute für die Mitglieder des Vereins die Geschichte des neuen Stücks zusammenfassen und auch schon die ersten Gespräche über die Besetzung der einzelnen Rollen führen“, sagt Doris Damke, die nicht nur das Drehbuch bereits fix und fertig hat, sondern die auch für die Besetzungsgespräche ganz genau weiß, wieviel Sätze auf Hochdeutsch und auch auf Plattdeutsch jede einzelne Rolle sprechen muss.

Zur Verfügung stehen Doris Damke derzeit insgesamt 19 Schauspieler vom Grundschul- bis zum Seniorenalter. Anfang nächsten Jahres möchte sie die Rollen-Besetzung erledigt haben und dann mit den Proben und parallel damit beginnen, die Kostüme zu schneidern und mit Unterstützung die Kulissen zu bauen. Gut ein Dutzend Mal wird sich das Ensemble treffen, um am 7. Juni vor einem kleineren Zuschauerkreis die Generalprobe zu absolvieren und dann einen Tag später das große Publikum zu begeistern.

Wie die 1943 in Ottleben geborene Doris Damke schon seit Jahrzehnten bis heute Klein und Groß auch anderweitig künstlerisch begeistert, hat sie doch bereits 1964 das erstes Buch für ihre Töchter geschrieben und bebildert, viele derartige Buch-Geschenke für Kinder und Erwachsene gefertigt und später gar auf Hoch- und Platt-Deutsch Schreib-Wettbewerbe gewonnen.