Hötensleben l Bereits seit seiner Jugend ist Heinz Gillich von der Fotografie fasziniert. Dabei haben es dem ehemaligen Lehrmeister nicht nur die kleinen Dinge angetan. Sein besonderes Augenmerk liegt auf seinem sich stetig wandelnden Heimatort. Mit der digitalen Fotografie und Bildbearbeitung ergaben sich für den ideenreichen Senior ganz neue kreative Möglichkeiten.

Seit 2013 gibt er jährlich einen Heimatkalender nach dem Leitmotiv „Hötensleben gestern und heute“ heraus. Dabei nimmt Gillich in jedem Jahr andere Straßen und Gebäude ins Visier und versucht auch, die Bewohner mit abzulichten. Daher nehmen nicht nur die sich wandelnden Gebäude und Straßen einen großen Raum ein, sondern sind stets auch Personen zu finden, ob die Mitglieder der Feuerwehr aus dem frühen 20. Jahrhundert oder aus gleicher Zeit eine Szene im Bäckerladen. „So ist es durchaus möglich, dass beim Durchblättern ein Vorfahre entdeckt wird“, meint Gillich.

Gegenüberstellung macht den Charme aus

Die Gegenüberstellung von alten und neuen Aufnahmen macht den großen Charmes seiner Kalender aus; es ist eine monatliche Zeitreise. Die erstaunte Frage „So hat das mal ausgesehen?“ hört Heinz Gillich oft, woran auch deutlich wird, welche zum Teil drastischen Veränderungen die Dorfansicht in gut hundert Jahren durchgemacht hat. In der Ausgabe 2019 werden die Gerichtstraße, die Wallstraße und Im Winkel auf die Linse genommen. Den Kalender gibt es im Service-Eck Hampe käuflich zu erwerben.

„Doch auch mit der nunmehr siebenten Auflage des Heimatkalenders ist noch nicht das ganze Dorf porträtiert“, stellt Heinz Gillich fest. „Es fehlen noch die Gneisenaustraße oder Stockworth, die Ortsteile Kauzleben und Neubau und manches mehr.“ An Material mangelt es ihm also nicht – und die Arbeit für 2020 ist bereits begonnen.