Geschichte des Kaufhauses 0

Eröffnung: September 1995 durch drei Oschersleber Investoren, rund acht Millionen D-Mark investiert, etwa 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche auf zwei Etagen, Bistro und Fitnessstudio gab es ebenso;Zwangsversteigerung bereits nach zwei Jahren;

1997 Vermietung an Restpostenmarkt, 1998 Anmietung der gesamten Fläche durch Familie Sowa, Eröffnung eines Kleinkaufhauses; Juni 2013 Verkauf an Investor aus der Nähe Hamburgs, seit dem steht das Haus leer, eine Wiedernutzung ist nicht geglückt;Zeitweise nutzte auch die Stadtverwaltung Oschersleben Büroräume in dem Haus;

Oschersleben l In der Bodestadt pfeifen es längst alle Spatzen von den Dächern. Dr. Thomas Harborth als Geschäftsführer der Bewos macht es nun öffentlich: „Ja, wir haben das Kaufhaus O gekauft.“ Zum Kaufpreis sagt er so viel: „In einem Schaufenster eines Oschersleber Immobilienbüros konnte monatelang nachgelesen werden, dass das Objekt für 750.000 Euro plus Provision zu verkaufen war. Wir haben es für weniger und ohne Nebenkosten bekommen“, so Harborth.

Dem Kauf des Kaufhauses O ging ein mehrheitlicher Beschluss des Aufsichtsrates der Bewos, dessen Vorsitzender Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos) ist, voraus.

Es habe ein gutes Angebot des Verkäufers, ein Unternehmer aus der Nähe Hamburgs, gegeben. Innerhalb von vier Wochen sei alles erledigt gewesen. Der Vorbesitzer sei sicher ein guter Unternehmer, aber Hamburg und Oschersleben seien eben nicht vergleichbar. „Daran ist die Wiederbelebung des Kaufhauses schlussendlich wohl gescheitert“, meint Thomas Harborth.

Kauf zur Belebung der Innenstadt

„Die Belebung der Innenstadt ist wichtigster Grund des Kaufs. Wir haben den Anspruch, hier mitten im Stadtzentrum etwas zu schaffen, das Haus wieder zu beleben. Andererseits muss es natürlich wirtschaftlich darstellbar sein und deshalb brauchen wir Mieter. Mieter in Wohnungen, von Gewerbetreibenden oder aus dem Bereich der Verwaltung“, erklärt Thomas Harborth.

Die Händlergilde hat den Bewos-Chef bereits zur nächsten Zusammenkunft im August eingeladen. Dann solle gemeinsam mit den Händlern der Stadt diskutiert werden, was sich in dem Gebäude möglicherweise in Sachen Handel ansiedeln könnte, was in Oschersleben fehlt, wo Bedarf ist.

Gewerbe ansiedeln

Erste Vorstellung gehen dahin, im Erdgeschoss Gewerbe/Geschäfte anzusiedeln. Im Ober- und Dachgeschoss des Gebäudes könnten Wohnungen oder Verwaltungsbüros einziehen. „Fest steht allerdings schon heute, dass es mit der jetzigen Geometrie des Hauses für die künftige Nutzung im Gebäude größere und Durch- und Umbrüche geben muss. Die Sanierung des Gebäudes werden wir im Wirtschaftsplan der Bewos aufnehmen“, erklärt der Geschäftsführer.

Der Rest des Jahres 2018 könnte für die Projekt- und IOdeenfindung genutzt werden, 2019 könnten die Planungen bis zum Bautrag vorangetrieben werden, um 2020 mit dem Bauen beginnen zu können. So sieht der mögliche Fahrplan zur Wiederbelebung des Kaufhaus O derzeit aus.