Oschersleben l Der Beginn des Oschersleber Schwimmbades liegt weit zurück. Der langjährige Bürgermeister der Stadt Oschersleben, Günther Weber, hatte während seiner Amtszeit zwei große Vorhaben ins Auge gefasst. Das war erstens die Gründung eines Schüler-Blasorchesters und zweitens ein modernes Freibad zu errichten. „Seinem beharrlichen Ringen war es zu verdanken, dass beide Vorhaben realisiert werden konnten, auch wenn es nicht einfach war. Weiterhin ist mit dem Bau des Freibades der Name Arno Keßler untrennbar verbunden,“ so Siedka.

Bekanntlich war der Bau des Oschersleber Schwimmbades ein sogenannter Initiativbau. Das bedeutete, dass weder Baufirmen noch feste Materialkontingente planmäßig und ausreichend zur Verfügung standen. Da waren Organisationstalent, Beharrlichkeit und außerordentliches Engagement gefragt. „Diese Eigenschaften machten Arno Keßlers Persönlichkeit aus. Er hatte als Mitarbeiter der Stadtverwaltung ‚den Hut‘ auf und war damit für alle Belange, die das Freibad betrafen, verantwortlich“, erinnert sich Heidelinde Siedka. In Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Betrieben, Feierabendbrigaden und sogar Schulen konnten alle noch so schweren Aufgaben realisiert werden.

Lobende Worte aus Nah und Fern

Auch an den 16. August 1969 erinnert sich die Oschersleberin Heidelinde Siedka gut. Viele Bürger strömten an diesem Tag in das Schwimmbad an der Breitscheidstraße und erlebten die Einweihung mit. In den Folgejahren war das Freibad ein beliebter Anziehungpunkt und Veranstaltungsort. „Auch auswärtige Badegäste fanden lobende Worte über die schön gelegene Anlage unseres Freibades“, so Heidelinde Siedka, die lobende Worte für die ehemalige Bürgerinitiative „Rettet das Freibad“ findet.

Bilder

Dieter Kramer, ehemaliger Ingenieur für Technologie und Entwicklung der Eltma Oschersleben (heute: EMG Automation GmbH Werk ELTMA), erinnert sich ebenso an den Aufbau des Oschersleber Freibades. „Die Eltma hat viel gemacht. Jede Brigade war die Verpflichtung eingegangen, einen Anteil am Bau des Bades zu leisten. Ich selber habe beispielsweise am Aufbau der Mauer, die sich am Imbiss befindet, mitgewirkt“, berichtet Dieter Kramer. Das Oschersleber Unternehmen Eltma hat zudem die Abdeckungen der Überlaufrinnen, die rund um die Becken verlaufen, gefertigt und dann in Thüringen verzinken lassen.

Initiative rettete das Bad

Der Oschersleber entdeckt viele bekannte Gesichter auf einem Foto, dass am Eröffnungstag 16. August 1969 entstand. So den damaligen Betriebsdirektor der Eltma, Werner Ernst mit seiner Frau, Achim Pfeiffer, Meister im Werkzeugbau der Eltma oder Erich Zaretzke, Landrat nach 1945 des Kreises Oschersleben. Als das Oschersleber Freibad 1969 öffnet, ist Dieter Kramer 30 Jahre alt. Im Verlauf der vergangenen Jahre ist er oft in Oscherslebens Badewanne baden gewesen. „Gut, dass die Initiative ‚Rettet das Freibad‘ Erfolg hatte und es so das Bad noch heute gibt“, ist Dieter Kramer überzeugt.