Oschersleben l Erst im Januar 2018 ist Ingrid Fuchs von Rügen in ihre Heimatstadt Oschersleben zurückgezogen. Als im März und Anfang April 2019 zu Arbeitseinsätzen im Oschersleber Schwimmbad aufgerufen wurde, „bewaffnete“ sich die 64-Jährige mit Arbeitshandschuhen und Gartengeräten, um mit zu helfen, die neue Badesaison vorzubereiten. Und beim Hacken und Harken schossen Ingrid Fuchs viele Erinnerungen in den Kopf. So hat auch sie gemeinsam mit ihren Klassenkameraden 1969 einen kleinen Anteil am Aufbau des Oschersleber Schwimmbades geleistet. „Im UTP-Unterricht (Unterrichtstag in der Produktion zu DDR-Zeiten, Anmerkung der Redaktion) feilten wir den Grad der vorgefertigten Buchstaben ab. Sie fanden ja später ihren Platz am Eingang des Freibades“, erinnert sich Ingrid Fuchs. Sie ist in Oschersleben geboren, 1962 in die Goethe-Schule eingeschult, 1972 verließ sie die Schule.

„Gemeinsam mit meinen ehemaligen Klassenkameraden haben wir viel Zeit im Freibad verbracht. Unser Stammplatz war die Tribüne am Schwimmerbecken. Hier waren wir für uns, hier waren wir die ‚Großen‘, hier kam uns niemand dazwischen“, erinnert sich Ingrid Fuchs.

Alte Postkarte aufbewahrt

Eine alte Postkarte vom Oschersleber Schwimmbad hat Ingrid Fuchs sorgsam aufbewahrt. Eine Verwandte schickte 1979 Grüße zum Enkelkind. Damals konnte das Freibad einen ersten runden, den zehnten, Geburtstag feiern. Beim Blick auf die Rückseite fällt auf, dass hier der Name des Freibades genannt ist: „20. Jahrestag“. Daran kann sich Ingrid Fuchs gar nicht mehr erinnern. Vielleicht können uns in dieser Hinsicht die Volksstimme-Leser auf die Sprünge helfen? Was wissen Sie zum Namen des Freibades?

Bilder

Als Ingrid Fuchs noch auf Rügen lebte, hat sie mit bekommen, dass das Freibad geschlossen werden sollte. „Als ich zu dieser Zeit die Verwandtschaft in Oschersleben besuchte, setzte ich selbstverständlich meine Unterschrift auf die Listen der Bürgerinitiative und setzte mich für den Erhalt ein. Um so mehr freut es mich, dass es tatsächlich gelungen ist, dieses Kleinod zu erhalten. Ich möchte mich künftig im Förderverein engagieren und mich einbringen“, erzählt die „Wieder-Oschersleberin“.

Geschichten erzählen oder schreiben

In etlichen Schubkästen oder Kartons „schlummern“ ganz sicher noch etliche Erinnerungsstücke oder Fotos aus 50 Jahren Freibad Oschersleben. Zur großen Schwimmbadsause wollen die ehemalige Bürgerinitiative, der Freibad-Förderverein und die Volksstimme eine Präsentation oder Ausstellung gestalten, die dann im Freibad zu sehen sein wird. Auch Zeitzeugen, welche damals beim Bau selbst mit Hand angelegt haben, sollten sich melden, um ihre Schwimmbad-Geschichten zu erzählen oder sie selber aufschreiben. Melden können Sie sich bei Ines Schreinert unter 039407/6616 oder bei der Volksstimme. Ziel ist es, die Geschichte des Freibades von 1969 bis heute darzustellen.

In Vorbereitung des 50. Geburtstages von Oscherslebens Badewanne am 16. August haben Mitglieder der ehemaligen Bürgerinitiative „Rettet das Freibad“ gemeinsam mit Partnern eine weitere Aktion gestartet. Auf einer großen Tafel können die Menschen unterschreiben. Mit ihrer Unterschrift können sich die Bürger auf der großen Schwimmbad-Party in einer besonderen Verlosungsaktion vielleicht einen tollen Gewinn sichern.