Ausleben l Am 1. Juli 1996 wurde die Kindertagesstätte „Schloss Trautenburg“ in Ausleben nach einer umfangreichen Modernisierung neu eröffnet. Seit 20 Jahren werden hier nun die Jüngsten der Gemeinde liebevoll betreut. Das galt es zu feiern. Die Vorbereitungen für das große Fest liefen bereits seit Wochen auf Hochtouren. Immer wieder wurde geprobt, eine Chronik entstand und vieles war im Vorfeld abzustimmen. Am Sonnabend gestand dann die Leiterin der Kindertagesstätte, Kerstin Busse: „Oh, bin ich aufgeregt.“

Davon war ihr äußerlich bei der offiziellen Eröffnung des Festes um 14 Uhr jedoch nichts anzumerken. Seit der Mittagszeit hatten interessierte Gäste die Möglichkeit, das Schloss zu besichtigen. Bei den Eltern, Großeltern, Geschwister, Förderer und Freunde der Kindertagesstätte wurden die Erwartungen zum Festprogramm weit übertroffen. Gleich zu Beginn des Festprogramms setzten die Jüngsten mit ihrem Lied vom Schlossgespenst einen ersten Höhepunkt. Das Lied stammt aus der Feder von Doris Damke und wurde zum Markenzeichen der Kindertagesstätte. Die Auslebener Kindertagesstätte ist mit dem „Hexentanz“ schon ein echter Star auf „Youtube“. Jetzt konnten die Besucher den Tanz live erleben.

Da so ein Fest allein nicht auf die Beine zu stellen ist, nutzte Kerstin Busse die Gelegenheit, sich bei ihren engagierten Kolleginnen, dem Förderverein, den Elternvertretern, der Gemeinde, dem Bürgermeister, der Freiwilligen Feuerwehr und den Vereinen sowie natürlich den Kindern zu bedanken.

Die Feier war zudem eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und sich auch an Vergangenes zu erinnern. „Seit 20 Jahren bin noch nicht hier, doch ich weiß, wer ihnen etwas aus den Anfängen erzählen kann“, so Kerstin Busse. Mit diesen Worten bat sie ihre Vorgängerin als Leiterin der Einrichtung, Ilona Marek und die damalige Bürgermeisterin, Maria Matthes auf die Bühne.

Von Maria Matthes erfuhren die Anwesenden, dass im Schloss bereits seit der Nachkriegszeit ein Kindergarten bestand. „Damals aber noch mit Wohnungen und einer Zahnarztpraxis.“ In allen drei Ortsteilen der Großgemeinde gab es eigene Kindergärten. Immer weiter sinkende Einwohner- und damit auch Kinderzahlen zwangen die Gemeinde nach der Wende zum Handeln. So entstand die Idee, das Schloss vollständig als Kindereinrichtung für die gesamte Gemeinde zu nutzen. Für die Mieter wurde neue Wohnungen gesucht und die Ottleber Kinder gingen währen der Bauphase nach Ausleben. So begann im Jahr 1995 mit Hilfe von Fördermitteln der groß angelegte Aus- und Umbau des historischen Gemäuers. Die Kita wurde komplett neu eingerichtet. Es entstanden unter anderem ein Mal- und Bastelraum und ein eigener Sportraum. Seit 1996 werden hier nun die Jüngsten aus Warsleben, Ausleben und Ottleben betreut.

Wunderbare Bedingungen für die Kita

Von Ilona Marke erfuhren die Gäste, daß die Kindertagesstätte nach fünf Jahren ihren Namen „Schloss Trautenburg“ erhielt.„Wir kommen jeden Tag gern zur Arbeit hierher“, so Kerstin Busse. Heute werden im Schloss 130 Kinder betreut und das ist auch ein Grund zum Feiern.

Im Programm ging es dann weiter mit den Tanzmäusen und ihrem Biene-Maja-Tanz.

Verbandsgemeindebürgermeisterin Ines Becker gratulierte der Kita ebenso zum Jubiläum wie Bürgermeister Dietmar Schmidt. „Die Jüngsten der Gemeinde können hier im Schloss im angrenzenden Park unter wunderbaren Bedingungen heranwachsen. Doch so ein Gebäude allein reicht nicht aus – es braucht Erzieherinnen, die mit Herzblut bei der Sache sind“, würdigte Becker die Arbeit des Teams um Kerstin Busse. Ines Becker und auch Dietmar Schmidt lobten zudem die Arbeit des Fördervereins und die Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen.

Zu einem Schloss gehören König und Königin. In Ausleben gibt es davon gleich mehrere. Sie begeisterten das Publikum mit ihrem Walzer bevor ihnen ein Herzenswunsch erfüllt wurde. Passend zum Fest ließ Rolf Siedekum einige seiner Tauben in den Himmel aufsteigen. Zu den weiteren Gratulanten gehörten Gilda Pfeiffer von der Bürgerstiftung dem Heimatverein „OttWaAuLingen“, Frank Eggert als Vertreter der Jagdpächter sowie Klaus-Dieter Mager. Nach einer kleinen Pause wurde das Programm mit dem Musical „Das Gänseblümchen“ fortgesetzt. Bereits vor dem Musical heizten die Jüngsten mit ihren Trommelhockern und der rockigen Variante von „Alle meine Entchen“ dem Publikum gehörig ein.

Eine Müll-Modenschau aus dem Projekt „Spielen ohne Spielsachen“ der Hortkinder rundete das Programm ab. Die Cheerleader aus Hamersleben begeisterten dann ebenso, wie der im Programm so geheimnisvoll angekündigte „Überraschungsgast“ - Auslebens „Schlagerstar“ Eric Wirth. Spätestens jetzt sah man auf dem Gesicht von Kerstin Busse und ihrem Team ein zufriedenes Lächeln. All die Mühen und der Vorbereitungsaufwand haben sich gelohnt. In der Kita wurde ein Fest gefeiert, von dem in noch lange die Rede sein wird.