Hadmersleben l Die kleine Stadt war am Freitagabend hinter einer dichten Nebelwand verschwunden. Aus dieser lösten sich etliche Autos, um vor dem Amtshof zu halten. Die Insassen und mehrere Dutzend weiterer Fußgänger folgten einem einladenden Licht in die Kirche „Sankt Stephanus“.

Mitglieder des zuständigen Fördervereins, die diesen Abend vorbereitet hatten, konnten sich dann auch über etwa 100 Besucher freuen. Vereinsmitglied Babette Jülich begrüßte zunächst die Gäste und zwei Musiker zur Veranstaltung „Adventsmusik im Kerzenschein“.

Frank Zimpel und Alexander Pfeifer, die bereits mehrere Male in dem kleinen Gotteshaus in Hadmersleben musiziert haben, übernahmen anschließend die Moderation ihres etwa einstündigen Konzertes und vermittelten so Wissenswertes und Unterhaltsames über die jeweiligen Stücke. So zum Beispiel, dass die „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel so heißt, weil die Musiker bei der Uraufführung in Booten auf der Themse unterwegs waren. Zimpel und Pfeifer, die bereits seit 18 Jahren im In- und Ausland unterwegs sind, verzichteten in Hadmersleben seit jeher auf ihre Gage, damit weitere Gelder für die Restaurierung der Kirche akquiriert werden konnten.

Die drei Kerzen des Adventskranzes auf dem Taufbecken und die vielen anderen Wachsleuchten tauchten die Kirche und ihre Besucher in ein ganz besonderes Licht. Die Musik von Händel, Bach, Tantini, Beethoven und Humperdinck auf elektrischer Orgel und Trompete transportierte die weihnachtliche Stimmung von den Musikern auf die Zuhörer. Gemeinsam gesungene Lieder, wie das als DDR-Klassiker beschriebene „Sind die Lichter angezündet“, lockerten das Programm auf. Auch das von Babette Jülich vorgetragene Gedicht trug zum entspannten Konzertabend bei.

Die Einnahmen dieses Abends sollen für die Sanierung der alten Orgel verwendet werden, erklärte Fördervereinsmitglied Urban Jülich. Die Kirche ist bereits jetzt schon einen Besuch wert, denn seit der Vereinsgründung im Jahr 2000 wurde schon Vieles geschafft: der Dachstuhl erneuert, die Beleuchtung auf Vordermann gebracht und der Fußboden saniert. „Dabei ist es einigen Hadmersleber Bürgern zu verdanken, dass die evangelische Kirche, die seit 1976 zugunsten der Stadtkirche aufgegeben wurde, vor der Vereinsgründung nicht eingestürzt ist“, erinnerte Urban Jülich aus der Geschichte des altehrwürdigen Gebäudes mit der Tonnendecke und den seinen typischen Fenstern.

Dass die Kirche immer „herrlicher“ werde, verdanke sie der Unterstützung der vielen Besucher, meinte Urban Jülich zu den Gästen. So wurden denn die Zuhörer auch nicht einfach in den kalten Abend entlassen, sondern zu einem kleinen weihnachtlichen Basar mit Glühwein bei Feuerschein. Helfer der Seniorentagespflege „Anette Junghans“ hatten extra für den kleinen Markt gebastelt.