Gesundheit

Krankenhaus: In Neindorfer Klinik hat Kunst eine spezielle Aufgabe

Die Neindorfer Helios-Bördeklinik hat für Kunst einen besonderen Verwendungszweck gefunden. Thomas Klante erklärt, welchen.

10.05.2022, 07:55
Stationsleitung Susanne Herbaum betreut in der Klinik neben dementen auch Schlaganfallpatienten.
Stationsleitung Susanne Herbaum betreut in der Klinik neben dementen auch Schlaganfallpatienten. Foto: Helios Kliniken

Der Tag gegen den Schlaganfall, der von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ins Leben gerufen worden ist, soll daran erinnern, dass trotz verbesserter Akuttherapie der Schlaganfall eine der häufigsten Ursachen für eine dauerhafte Behinderung im Erwachsenenalter darstellt.

Doch eigentlich gibt es hier nicht nur einen speziellen Tag gegen den Schlaganfall. Wie die Klinik mitteilt, hat das Department der Geriatrie bereits im vergangenen Winter nach Möglichkeiten gesucht, um Schlaganfallpatienten mit Lähmungserscheinungen und dementen Patienten eine Orientierungshilfe zu geben. Im Rahmen eines Fotowettbewerbs unter dem Motto „ErinnerungsKUNST“ wurden 16 Motive ausgewählt, die nun an den Türen der Patientenzimmer angebracht sind.

„Insbesondere unsere dementen Patienten benötigen einen Anker an ihrer Zimmertür, um ihren Weg zurückzufinden“, erklärt Thomas Klante, Departmentleiter der Geriatrie in der Helios-Bördeklinik. Eine Nummer sei unpersönlich und werde schnell wieder vergessen, weil sie kein Bild im Kopf der Betreffenden erzeugt. Deswegen seien die Zimmernummern als Erinnerungsstütze und Orientierungshilfe gegen Bilder ausgetauscht worden.

Wie Thomas Klante weiter hinweist, werden vor dem Hintergrund der immer älter werdende Bevölkerung in Deutschland zukünftig häufiger Schlaganfall- und Demenzerkrankungen auftreten, „mit allen Konsequenzen für die Betroffenen und Angehörigen“. „Ein gesunder Lebensstil mit Beachtung der vaskulären Risikofaktoren ist daher doppelt wichtig und eigentlich auch ganz einfach. Nicht ’Netflix und Chill’, sondern aktiv sein – das geht auch beim Fernsehen“, erläutert er. Mit den Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen gemeint.

Ist ein Schlaganfall trotzdem eingetreten, ist schnelles Handeln angesagt. „Zeit ist Gehirn“, heißt es. Typische Beschwerden, die für einen Schlaganfall stehen, sind plötzliches Taubheitsgefühl, Seh-, Sprach- und Verständnisstörungen, Lähmungserscheinungen, Schwindelgefühl und akute starke Kopfschmerzen.

Fachleute mahnen, dass bei diesen Anzeichen unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden sollte. „Je schneller wir den Patienten behandeln können, desto mehr Gehirn können wir bei einem Schlaganfall retten“, so Klante. In Deutschland sind jährlich mehr als eine Viertelmillion Menschen von einem Schlaganfall betroffen.