Hamersleben (vs) l Auf den Feldern geht in diesen Tagen die Maisernte zuende. Wie Christian Apprecht vom Bauernverband Börde mitteilte, wird im Landkreis Börde auf etwa 25.000 Hektar Fläche Mais angebaut, knapp die Hälfte davon als Silomais für die Rinderfütterung. Die andere Hälfte werde als Substrat in Biogasanlagen eingesetzt, um sogenannten grünen Strom und Gas als Beitrag zum Atom- und Kohleausstieg zu erzeugen. Bei einer gesamten Ackerfläche von 145.000 Hektar umfasst der Maisanbau einen Anteil von ungefähr 17 Prozent.

Die Trockenheit in diesem Jahr habe größtenteils dazu geführt, dass die Maiskolben nicht bis in die Spitze Maiskörner ausgebildet haben. Auch seien die Maisflächen im Land sehr unterschiedlich im Bewuchs, in der Pflanzenhöhe und Reife. Stefan Behrens, Pflanzenbauleiter in der Agrargenossenschaft Hamersleben, sei mit der Maisernte in diesem Jahr dennoch ganz zufrieden. Er rechne aber für die nun bevorstehende letzte Grasmahd in diesem Jahr wegen der anhaltenden Trockenheit mit einem schlechten Ergebnis.

Der Betrieb wirtschaftet laut Bauernverband auf 1300 Hektar Ackerfläche. Hinzu kommen 300 Hektar Wiesen. In diesem Jahr standen auf 650 Hektar Weizen, 100 Hektar Gerste, 180 Hektar Raps, 160 Hektar Zuckerrüben und 210 Hektar Mais.

Zwölf Tage lang sei der Häcksler ununterbrochen gelaufen – ebenso die Traktoren mit Hängern, um die 9000 Tonnen Futtermais aus der ganzen Maispflanze in die Silos der Agrargenossenschaft zu bringen. „Dort werden die acht Millimeter großen Stücke, die bereits im Häcksler mit einer Bakterienkultur versetzt wurden, mit zwei schweren Traktoren und dicken Reifen hochgeschoben, eingewalzt, also verdichtet, mit drei verschiedenen Schichten abgedeckt und einige Wochen vergoren, erläutert der Bauernverband. Mit Grassilage, Stroh, Rübenschnitzel und Mineralstoffen werde die Maissilage den eigenen Kühen über das ganze Jahr gefüttert. Täglich würden 18.000 Liter Milch den Betrieb zur Weiterverarbeitung verlassen.

Nun, da die Maisflächen abgeerntet sind, müsse sehr schnell die Bodenbearbeitung einsetzen, denn der Maiszünsler, ein Schädling, überwintere in den Stoppeln. Mit dem Mulchen oder Pflügen werde der Boden auch für die Folgekultur vorbereitet. „Nach Mais folgt üblicherweise Weizen“, erklärt Stefan Behrens.