Günthersdorf l Wenn Lena Brunner von ihren Erlebnissen in Hamburg berichtet, leuchten ihre Augen. Anfang September hat sie die Stadt an der Elbe für eine sogenannte „Live Experience“ besucht. Zum ersten Mal kam die 20-Jährige dabei in direkten Kontakt mit den Menschen, die hinter der Wahl zur Miss Germany stehen. Zuvor hatte sie es bereits unter die ersten 160 Kandidatinnen geschafft. Mehr als 15.000 Frauen hatten sich beworben.

„Ich habe es mir ganz anders vorgestellt und ein bisschen unterschätzt“, räumt Lena Brunner ein. Bei den „Live Experiences“ nahmen, aufgeteilt auf mehrere Tage, die zehn schönsten Frauen jedes Bundeslandes teil. Die Auswahl hatte eine Jury getroffen. Neben dem Aussehen ging es auch um die Persönlichkeit und die Geschichte der Kandidatinnen.

Live Experience in Hamburg

„Wir sind bereits einen Tag vorher nach Hamburg gefahren und haben uns ein wenig die Stadt angeguckt“, berichtet Lena Brunner. Mit „wir“ sind auch ihr Freund, ihr Bruder sowie dessen Freundin gemeint. Doch der „Live Experience“ musste sich Lena Brunner allein stellen.

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„Die Kandidatinnen aus Sachsen-Anhalt bildeten zusammen mit denen aus Hamburg die letzte Gruppe des Nachmittags“, so die Günthersdorferin. Die Teilnehmerinnen seien in Vierer-Teams eingeteilt worden. Anfangs sei alles entspannt gewesen. Die Frauen konnten sich ein wenig kennenlernen. Doch nach etwa einer Stunde wurde zur offiziellen Begrüßung gebeten. Dabei traf Lena Brunner mehrere Mitglieder der Familie Klemmer. Sie richtet den Schönheitswettbewerb seit vielen Jahren aus. Mit Leonie von Hase und Nadine Berneis waren auch die Siegerinnen aus den Jahren 2020 und 2019 vor Ort.

Danach war der Zeitplan eng gesteckt. Zunächst ging es in die Maske. Anschließend stand ein Foto-Shooting für das Bekleidungsunternehmen C&A auf dem Programm. „Ich habe dem Fotografen gesagt, dass ich bisher keinerlei Erfahrungen mit Shootings gesammelt habe. Aber er war total nett und geduldig“, sagt Lena Brunner. Zwischendrin habe sie sich auch einige Fotos auf Bildschirmen anschauen können. Allerdings sei ihr vorher nicht bewusst gewesen, wie viele Menschen an einem professionellen Foto-Termin mitwirken.

Anschließend ging es erneut in die Maske und dann zu einem Interview für die Zeitschrift Cosmopolitan. „Jede von uns musste sich für ein Team entscheiden“, sagt Lena Brunner. Zur Wahl standen: Fun, Fearless und Female. Je nach Wahl bekamen die Kandidatinnen andere Fragen gestellt. Lena Brunner entschied sich für das Team „Fun“. Doch es war nicht das einzige Interview des Tages. Gleich darauf musste die Günthersdorferin Fragen für den YouTube-Kanal des Wettbewerbs beantworten. Die 20-Jährige konnte sich dabei selbst vorstellen und erklären, warum sie bei der Miss-Germany-Wahl mitmacht. Es ging aber auch um gesellschaftliche Aspekte, wie zum Beispiel das Thema Gleichberechtigung.

Abstimmung über das Internet läuft bereits

Im Laufe des Tages standen weitere Shootings und Video-Drehs an, zum Beispiel für die Modemarke Tamaris. Zwischendrin ging es immer wieder in die Maske. Allerdings erhielten die Kandidatinnen in Hamburg auch jede Menge Tipps. Die Vize-Miss Germany 2020 erklärte per Video, wie man selbstbewusst wird und ein Image aufbaut. „Sie hat uns geraten, uns nicht in eine Rolle zu quetschen, die nicht zu uns passt“, erklärt Lena Brunner. „Stattdessen sollen wir lieber das tun, was uns Spaß macht.“

Aber Spaß ist nicht alles: Es gab auch Hinweise dazu, wie man eine bestimmte Zielgruppe erreicht. Laut der Vize-Miss Germany sei auch ein genauer Plan sinnvoll, welches Material man wann über welchen Kanal veröffentlicht. Außerdem sollten sich die Kandidatinnen überlegen, was sie nicht von sich preisgeben wollen.

Bei all der Aufregung habe es nur noch wenig Gelegenheit gegeben, sich mit den anderen Frauen auszutauschen. Zum Glück habe sie eine Kandidatin aus ihrem Team schon vor der Hamburg-Fahrt über die Internetplattform Instagram angeschrieben. Sie stünden immer noch in Kontakt, so Lena Brunner. Allgemein sollen sich die Teilnehmerinnen gegenseitig unterstützen und zum Beispiel ihre jeweiligen Beiträge in den sozialen Medien teilen.

In Hamburg hätten sich die Frauen ihres Teams so gut verstanden, dass sie einen Beitrag für das Video-Portal TikTok gleich gemeinsam drehten. „Wir waren eine coole Truppe“, betont Lena Brunner lächelnd. Auch die anderen Kandidatinnen in ihrem Team hätten vor der „Live Experience“ keine Erfahrung mit Foto-Shootings dieser Größenordnung gehabt. In anderen Gruppen sah das anders aus: In ihnen seien Frauen dabei gewesen, die bereits seit Jahren als Model oder Influencerin arbeiten.

Das könnte bei der nächsten Stufe des Wettbewerbs eine Herausforderung werden. Denn seit Montag läuft das sogenannte „Online Voting“. Auf der Internetseite www.missgermany.de können Besucher darüber abstimmen, welche Kandidatinnen weiterkommen sollen. „Jeder hat pro Tag und Gerät eine Stimme“, informiert Lena Brunner. Das „Online Voting“ findet gestaffelt nach Bundesländern statt. Für Sachsen-Anhalt dauert es bis zum Montag, 5. Oktober. Wie Lena Brunner erklärt, kann dann zum Abschluss noch einmal bis zum 7. Oktober für die Kandidatinnen aus allen Bundesländern abgestimmt werden.

Anhand der Ergebnisse werden drei Teilnehmerinnen pro Bundesland ausgewählt. Die Jury vergibt zusätzlich zwei Wild Cards. Also bleiben pro Bundesland fünf Kandidatinnen übrig. Sie werden zu einem weiteren Kennenlerntag inklusive Shooting eingeladen. Später wird pro Bundesland eine Siegerin gekürt. Außerdem soll es noch ein dreiwöchiges Miss Germany-Personality-Camp geben. Das große Finale ist für den 27. Februar 2021 angekündigt. Auf dem Weg dorthin würde sich Lena Brunner über jede Stimm freuen.

Hier gehts es zum Voting: Miss Germany 2021

Lena Brunner auf Instagram: @_lena.b1809