Günthersdorf/Oschersleben l Bis zum Finale ist es noch ein weiter Weg. Doch Lena Brunners Erfolg kann sich schon jetzt sehen lassen: Mehr als 15.000 Kandidatinnen haben sich für den Titel „Miss Germany 2021“ beworben. 160 von ihnen wurden bislang ausgewählt, zehn für jedes Bundesland. Und Lena Brunner ist dabei.

Die 19-Jährige lebt im Oschersleber Ortsteil Günthersdorf. Wie sie erklärt, ist sie vor zwei Jahren zum ersten Mal näher mit der Wahl zur Miss Germany in Kontakt gekommen. Damals habe eine Bekannte mitgemacht. Ein Jahr später sei das Konzept des Wettbewerbs geändert worden. Unter anderem bedeutete das: „Es geht nicht mehr nur um das Aussehen, sondern auch um die Geschichte hinter den Teilnehmerinnen. Das hat mich angesprochen“, berichtet Lena Brunner. Die Persönlichkeit der Kandidatinnen sei stärker in den Fokus gerückt.

Allerdings habe sie sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht getraut, eine Bewerbung einzureichen. Erst 2020 hatte sie den nötigen Mut gesammelt. Dabei habe unter anderem geholfen, dass sie sich 2019 mit der Vize-Miss-Germany schrieb und sich von ihren Erfahrungen berichten ließ.

Lena Brunner hat gerade ihr Abitur absolviert. An einer Online-Akademie macht sie ihre Lizenz zur Personal Trainerin und Ernährungsberaterin. Zum Wintersemester möchte sie in Magdeburg ein Studium der „European Studies“ beginnen. Dabei handelt es sich um einen interdisziplinären Studiengang. Unter anderem geht es um die gegenwärtige politische, soziale und wirtschaftliche Ordnung Europas sowie um deren historische Entwicklung. „Das Reisen und das Entdecken neuer Orte ist eine persönliche Leidenschaft von mir. Da passt es gut, dass Auslandssemester zum Studium dazugehören“, berichtet Lena Brunner. Wie sie erklärt, will sie außerdem ihren Trainerschein machen und selbstständig arbeiten.

Die 19-Jährige erläutert, dass sie eigentlich nie an Miss-Wahlen habe teilnehmen wollen. „Der Modell-Bereich ist nichts für mich“, sagt sie. Umso mehr habe es ihr das Thema Fitness angetan. „Nachdem ich geboren wurde, wurde ich direkt aufs Pferd gesetzt“, berichtet Lena Brunner lächelnd. Schon früh habe sie sich dem Voltigieren gewidmet sowie dem Spring- und Dressurreiten. Andere Sportarten wie Fußball, Kickboxen, Tennis, Basketball und Ballett kamen hinzu. Außerdem widmet sie sich dem Bodybuilding und möchte in der Zukunft an Wettbewerben teilnehmen. Durch ihre Ausbildung zur Trainerin wolle sie auch anderen Menschen helfen, mit sich selbst und ihrem Körper ein Gleichgewicht zu finden.

Doch zurück zur Miss Germany-Wahl: Im Juni 2020 reichte Lena Brunner ihre Bewerbung ein. Dafür musste sie umfangreiches Material zusammenstellen. Fotos und Videos gehörten dazu - ebenso wie Texte, in denen sie sich selbst und ihre Ziele beschrieb. Gleichzeitig musste sie die Adressen ihrer Social-Media-Konten wie zum Beispiel bei Instagram angeben. So konnte die Jury prüfen, ob die Selbstbeschreibung im Einklang mit den Online-Aktivitäten ist.

Was dann folgte, waren lange Wochen des Wartens. Lena Brunner bekam zwar eine Eingangsbestätigung für ihre Bewerbung, aber mehr auch nicht. Bis zum einem Tag Anfang August. Mitten in der Nacht sei eine E-Mail mit dem Betreff „Bist Du dabei?“ in ihrem Postfach eingegangen. „Ich konnte die Mail zunächst gar nicht zuordnen“, berichtet die 19-Jährige. Erst nach mehrmaligem Lesen sei ihr bewusst geworden, was gerade geschehen war: Sie hatte es unter die ersten 160 Kandidatinnen geschafft und war nach Hamburg eingeladen worden.

Wie Lena Brunner berichtet, finden dort sogenannte „Live Experiences“ statt. Das bedeutet: Zum ersten Mal werden die Kandidatinnen den Menschen hinter der Miss-Wahl direkt begegnen. Wie die Günthersdorferin berichtet, sind pro Wochenende die Kandidatinnen aus vier Bundesländern an der Reihe. Mit dem Unternehmen Schubert Motors hat Lena Brunner sogar einen ersten Sponsor gefunden. Der habe ein Auto für die Fahrt nach Hamburg bereit gestellt.

Dort sollen professionelle Fotos und Videos aufgenommen werden. Dazu gehören laut Lena Brunner auch Bilder für die Herbstkollektion der Marke Tamaris. Die Vize-Miss-Germany 2019 sei dabei, ebenso wie eine Social-Media-Managerin. Letztere soll den Kandidatinnen Tipps dafür geben, wie sie im Internet eine möglichste große Reichweite erzielen können. Ob die beiden Gäste direkt vor Ort sind oder per Video zugeschaltet werden, hänge von der aktuellen Corona-Situation ab. Hinweise durch einen Persönlichkeitstrainer stehen laut Lena Brunner ebenfalls auf dem Programm.

Der größte Teil der Fotos und Videos ist für das sogenannte Online-Voting gedacht. Es bildet die nächste Stufe des Wettbewerbs. Bei dieser Abstimmung via Internet können Nutzer entscheiden, welche der Kandidatinnen ihnen am besten gefällt. So werden drei Teilnehmerinnen pro Bundesland ausgewählt. „Die Jury vergibt zusätzlich zwei Wild Cards. Also bleiben pro Bundesland fünf Kandidatinnen übrig. Sie werden zu einem weiteren Kennenlerntag inklusive Shooting eingeladen“, erklärt Lena Brunner. Später wird pro Bundesland eine Siegerin gekürt. Außerdem soll es noch ein dreiwöchiges Miss Germany-Personality-Camp geben. Das große Finale ist für den 27. Februar 2021 angekündigt.

Doch bis dahin hofft die 19-Jährige aus Günthersdorf auf Unterstützung. Einige der anderen Teilnehmerinnen hätten auf Instagram mehrere Tausend Besucher, die ihnen folgen. Das sei für das Online-Voting ein großer Vorteil. Lena Brunner kommt derzeit auf 609 sogenannte Abonnenten. Daher würde sich sie über jeden Klick aus ihrer Heimat freuen.

Mehr Informationen gibt es unter www.missgermany.de sowie unter www.instagram.com/_lena.b1809/.