Storchennachwuchs

Naturschützer beringen Jungtiere

Die Störche waren fleißig in diesem Jahr. Nur wenige Horste blieben ohne Nachwuchs. Ehrenamtliche Naturfreunde beringten die Jungtiere.

Von Yvonne Heyer 03.07.2016, 06:00

Hornhausen l Eng haben sich die Jungtiere hoch oben im Storchennest am Ortsrand von Hornhausen aneinander gekuschelt. Die Eltern haben sich verzogen, haben für die Beringaktion ihres Nachwuchses kurz das Weite gesucht. Dennis Hintze, Wolfgang Nicolai und Thomas Suckow sind in diesem Jahr nicht zum ersten Mal unterwegs, um den Storchennachwuchs zu beringen. Während einer ersten Aktion waren die Hornhäuser Storchenkinder noch zu klein oder besser die Beine zu dünn, um den Ring zu tragen. Überhaupt seien die Storchenjungen in diesem Jahr sehr unterschiedlich aufgewachsen, daher sind die Männer nicht zum ersten Mal zum Beringen unterwegs. An anderen Orten wurde der Storchennachwuchs bereits vor drei Wochen beringt. In Hornhausen am 24.Juni.

Die drei ehrenamtlichen Naturfreunde, die schon seit vielen Jahren Adebar mit Hilfe einer Hebebühne der Firma Eckstein und Sommer aufs „Dach“ steigen und sich um den Nachwuchs kümmern, können auch die Frage einer Oschersleberin beantworten. Sie hatte sich kürzlich am Lesertelefon gemeldet und nach dem Nachwuchs im Oschersleber Storchennest, welches übriges das höchste in der Region ist, gefragt. Zu den Oschersleber Störchen kann Wolfgang Nicolai folgende Geschichte erzählen: „Auf dem Horst war ein Paar ansässig und hat auch gebrütet. Doch dann kam vor drei Wochen ein zweites Paar und hat ihnen das Nest streitig gemacht. Die haben sich ordentlich gekabbelt. Das ursprüngliche Paar suchte schließlich das Weite. Die neuen Nestbewohner schmeißen dann alles raus, auch die Eier. Allerdings ist es für die neuen Bewohner nun zum Brüten zu spät. Also gibt es in Oschersleben in diesem Jahr keinen Storchennachwuchs.“

Thomas Suckow, ehrenamtlicher Beringer der Vogelschutzwarte Hiddensee mit Sitz in Greifswald erklärt die Ringe, die die Jungtiere nicht nur in Hornhausen „verpasst“ bekommen haben. „Der Ring ist sozusagen die Personalausweisnummer des Tieres. DEH steht für Deutschland, Hiddensee. Die Hornhäuser Jungtiere tragen zudem die Nummern HP 935 und HP 936. Dieser Datensatz des Vogels wird weitergeleitet. Auf dem Ring steht auch eine Email-Adresse. Wird ein Ring gefunden, sollte dies an die Adresse gemeldet werden. In Hornhausen haben wir beispielsweise zumindest einen beringten Elternvogel vorgefunden“, berichtet Thomas Suckow.

Als die Elterntiere an diesem heißen Freitagmittag wieder auf ihren Horst zurückkehren, spenden sie ihrem Nachwuchs vor allem Schatten. Gefährlich wird den Jungtieren vor allem der Starkregen. Erst recht, wenn die Drainage des Nestes nicht funktioniert und das Wasser nicht abfließt. „Dann ertrinken die Jungen regelrecht“, so Dennis Hintze, der im Naturschutzbeirat des Landkreises Börde mitarbeitet.