Altbrandsleben l Schon vor Monaten seien vor den Toren Altbrandslebens, nahe des sogenannten Hunnenwaldes und des Hunnenberges, Flächen für die Ausgleichspflanzungen vorbereitet worden. Was sich, wie ein Altbrandsleber berichtete, auch darin zeigte, dass die ehemalige Ackerfläche nicht mehr bestellt wurde. „Doch wann gehen nun die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für den Bau der A 14 los? Fehlt es wirklich an Pflanzen?“, wollte der Altbrandsleber am Volksstimme-Lesertelefon wissen. Die wichtigste Aussage gab die Landesstraßenbaubehörde mit ihrem ersten Satz ihrer Antwort bekannt: „Die Pflanzarbeiten beginnen voraussichtlich ab dem 14. Januar“, heißt es in der Antwort von Steffen Kauert, Fachgruppenleiter Straßenbau Bundesautobahnen (BAB) der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Süd. Sie beginnen nicht nur voraussichtlich, nein, sie haben bereits begonnen.

Darüber hinaus teilt er mit, dass es sich bei der betreffenden Maßnahme um einen Bestandteil der umfangreichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen handelt, welche den dauerhaften Verlust von Waldbeständen unterschiedlicher Altersstrukturen durch den Bau der Autobahn 14 kompensieren sollen.

Im Zuge der Baufeldberäumung wurden für den Bau des Autobahnabschnittes zwischen Colbitz und Dolle etwa 47 Hektar Wald gerodet. Dieser Eingriff in die Natur soll unter anderem durch die Aufforstung von naturnahen, standortgerechten Waldbeständen am Hohen Holz ausgeglichen werden.

„Die Pflanzungen werden noch in diesem Frühjahr abgeschlossen und unterliegen dann einer mindestens fünf Jahre währenden Fertigstellungs- und Entwicklungspflege. Die Koordination, Planung, Umsetzung sowie die nachfolgende Funktionskontrolle obliegt dem Vorhabensträger, also der Straßenbauverwaltung des Landes Sachsen-Anhalt“, erklärt Steffen Kauert. Bei der betreffenden Maßnahme wurden zunächst die Pflanzflächen und Zuwegungen vorbereitet sowie Verbissschutzzäune errichtet. Auf Grund der anhaltenden Trockenheit Ende des Jahres 2018 sowie noch offener Abstimmungen zur Umsetzung der Maßnahme wurden die Pflanzungen ins Frühjahr 2019 verschoben, um ein möglichst sicheres Anwachsen der Sämlinge zu gewährleisten.

400.000 Sämlinge

Involviert in die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bei Eggenstedt, Seehausen und Altbrandsleben sind das Betreuungsforstamt Flechtingen und das Amt für Flurneuordnung und Forsten (ALFF). „Bei den Flächen, die nun bepflanzt werden, handelt es sich um ehemalige Ackerflächen sowie um eine ehemalige Deponie und damit um Böden, auf die nur bestimmte Bäume gepflanzt werden können“, erklärt Thomas Roßbach vom Betreuungsforstamt Flechtingen. Die Maßnahmen im Hohen Holz, westlich von Seehausen sowie bei Eggenstedt und Altbrandsleben, setzen sich aus 8 Einzelflächen zu einer Gesamtgröße von ca. 32 Hektar zusammen. Etwa 400.000 Sämlinge werden dort in die Erde gesetzt.

Vereinzelt sei es gegen Ende des letzten Jahres zu Engpässen mit Sämlingen sowie anderen Jungpflanzen gekommen, wobei auch hier weniger die Vorbereitung der Baumschulen als die extreme Trockenheit als Ursache zu benennen ist. Nichts desto trotz hätten gravierende Verzögerungen bei den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen weitestgehend verhindert werden können.

Vornehmlich Laubhölzer werden auf die vorbereiteten Flächen gepflanzt. Dazu gehören Stiel- und Traubeneiche, Winterlinde, Waldbuche und Wildkirche. Um die Waldränder „abzurunden“, würden hier Haselnusssträucher, Kartoffelrose, Hundsrose oder Hartriegel wie beispielsweise Schneeball gesetzt.

Aktuell laufen die Fällungen für den nächsten Autobahnabschnitt. Noch einmal müssen 90 Hektar Wald gerodet werden. „Auch hierfür werden alle Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen entsprechend der Planfeststellung vorbereitet und umgesetzt. Diese erstrecken sich teilweise direkt neben der Trasse wie auch über weite Teile der Landkreise Börde und Altmark bis hin zum Landkreis Salzwedel. Auch auf dem Truppenübungsplatz werden Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt.