Beckendorf l Eine dicke Rauchsäule steigt über der Straße der Freundschaft in den Himmel. Aus einem Wohnhaus schlagen Flammen. Überall stehen Feuerwehrfahrzeuge. Rettungsdienst und Polizei sind ebenfalls vor Ort.

Ein schwerer Brand hat am Freitag (27. November) für einen Großeinsatz in Beckendorf (Landkreis Börde) gesorgt. Auslöser war allem Anschein nach eine Explosion. „Ich habe einen sehr lauten Knall gehört“, berichtete ein Nachbar. „Als ich rausgegangen bin und nachgeguckt habe, habe ich den Qualm gesehen.“ Der mittlere Teil des Dachstuhls lag offen. Ziegel und Lattung waren weg, die Balken vom Feuer geschwärzt.  Das Feuer hatte sich sehr schnell umfassend ausgebreitet, denn auch aus Fenstern an der Giebelseite des Hauses loderten Flammen.

Der Alarm ging gegen 14.20 Uhr ein. Wie Andreas Ehrhardt als Pressesprecher der Oschersleber Feuerwehren erklärte, waren zirka 50 Kameraden mit zwölf Fahrzeugen im Einsatz. Sie rückten aus Oschersleben, Beckendorf, Neindorf, Hornhausen und Ausleben an. Erste Informationen, nach denen sich noch Menschen im Haus befinden sollten, bestätigten sich nicht.

Bilder

Anfangs mussten die Feuerwehrleute den Brand von außen bekämpfen. „Wir hatten Kräfte im Haus, mussten sie aber wieder abziehen, weil das Feuer im oberen Teil des Gebäudes durchgezündet hat“, informierte Andreas Ehrhardt. Anschließend wurde die Stromversorgung des Hauses unterbrochen, damit sich die Feuerwehrleute dem Gebäude per Drehleiter nähern konnten. Denn direkt vor dem Haus verläuft eine Stromleitung.

Verletzt wurde bei dem Vorfall laut Feuerwehr niemand. Wie die Polizei erklärte, waren die Bewohner des Hauses zum Zeitpunkt des Unglücks nicht daheim. Ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude konnte verhindert werden. Die Ursache der Explosion stand am Freitag noch nicht exakt fest. „Nach Einschätzung der Feuerwehr könnte es sich um einen technischen Defekt an der Heizung gehandelt haben“, teilte die Polizei mit. Brandursachenermittler würden dies in den kommenden Tagen näher untersuchen. Den Sachschaden bezifferte die Polizei nach ersten Schätzungen mit rund 120.000 Euro. Das Haus dürfte bis auf Weiteres unbewohnbar sein.

Laut Ortsbürgermeister Wolfgang Nehring stand die betroffene Familie unter Schock. Sie werde zunächst bei Freunden und Verwandten in der Nachbarschaft unterkommen. Die Stadt werde sich um eine Unterkunft kümmern.