Großalsleben l Das Schützenfest hat in Großalsleben eine lange Tradition. „Wir haben in diesem Jahr das 45. Mal zusammen gefeiert“, sagt der Vereinsvorsitzende Günter Ehrentraut in Gespräch mit der Volksstimme. „Seit 1971 gibt es diese Veranstaltung mehr oder weniger in der jetzigen Form.“ Der Verein blickt auf eine noch längere Geschichte seines Bestehens zurück. Gegründet haben ihn die Großalsleber einst im Jahr 1799.

„Allerdings streiten sich da die Experten“, gibt Ehrentraut zu bedenken. „Es gibt auch einen Hinweis auf das Jahr 1798.“ Die alte Fahne des Vereins aus dem Jahr 1899 wird jedoch als offizieller Beweis anerkannt, denn auf ihr ist das hundertjährige Jubiläum ausgewiesen und sie wurde einst „von den Jungfrauen aus Großalsleben“ bestickt – so ist es auf ihr vermerkt.

Der erste Festtag wurde mit einem Jugendtanz eingeläutet, am nächsten Tag standen die Wettbewerbe im Schießen a– so auch das Königsschießen. „Die Kinder nutzen dazu das Pusterohr, die Jugend das Luftgewehr und die Erwachsenen schießen mit dem Kleinkaliber-Gewehr“, beschreibt der Vorsitzende das Prozedere. Am Ende wurden Andreas Wilke und Christel Müller als neues Königspaar gekrönt. Joline Unverfehrt siegte bei der Jugend und den Volkskönig-Titel sicherte sich Denise Bornstein.

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Den Wettkampf um die Schwerter gewannen Ulf Rosenberg und Ursula Ehrentraut. „Das ist der Wettkampf unserer Könige“, erläutert Günter Ehrentraut. „Ulf Rosenberg hat ihn nun schon zum zweiten Mal gewonnen.“

Der Vorsitzende hofft, dass der Gewinner auch im nächsten Jahr erfolgreich ist. „Dann gibt es nämlich neue Schwerter“, erklärt er. „Die muss derjenige stiften, der den Titel dreimal in Folge holt.“ Das sei an der Zeit, denn es sei kaum noch Platz für die Namen der künftigen Gewinner. Am Morgen des zweiten Tages waren die Schützen zunächst zu ihren alten Königen marschiert, um sich dort bewirten zu lassen.

„Das machen die alten Titelträger immer gemeinsam“, sagt Ehrentraut. „Danach geht es frisch gestärkt zum Anschießen.“ Einen weiteren großen Umzug gibt es traditionsgemäß am letzten Tag. „Dann heißt es bereits um 9 Uhr antreten zum Marsch“, beschreibt der Schützenchef schmunzelnd.

In diesem Jahr mischten sich auch Landrat Hans Walker (CDU), Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner (SPD) und der Präsident des Kreischützenverbandes, Michael Hecht, unter das Volk. Als Gastvereine waren Vertreter der Schützen aus Hornhausen, Krottorf, Hoiersdorf, Söllingen und Seehausen beim Umzug durch den Ort mit dabei.

„Auch die freiwillige Feuerwehr aus Großalsleben ist mitmarschiert“, sagt Ehrentraut, der noch ein Lob an die freiwilligen Helfer und Sponsoren verteilt. Auf dem Festplatz hätte man den Bewohnern zudem einiges geboten.

„Die Freie Schule ,Maria Montessori‘ und der Karnevalsverein haben uns tatkräftig bei der Gestaltung des Kinderfestes geholfen“, verrät der Vorsitzende. „In diesem Jahr hatten wir gleich zwei Hüpfburgen aufgebaut und weitere Stationen wie das Ponyreiten und das Kinderschminken angeboten.“

Die fleißigen Frauen der Stadt haben insgesamt 23 Kuchen für den Kaffeenachmittag gebacken. „Das war eine tolle Leistung, für die wir natürlich sehr dankbar sind“, äußert sich Ehrentraut.