- Notizen, kleine Berichte ehemaliger Schüler, Lehrer, Hortnerinnen über Wandertage, Klassenfahrten, Erlebnisse im Unterricht, im Hort, in Arbeitsgemeinschaften, in den Ferienspielen;

- alte Fotos, Klassenfotos;

- Schulbücher, eigene Unterrichtsaufzeichnungen aus der Schulzeit;

- Schulmaterialien wie Schiefertafeln, Griffel, Füller;

- Gesucht werden auch Materialien über Alexander Puschkin wie Bücher, Bilder, Briefmarken und dergleichen mehr für eine Puschkin-Ecke im Museum;

- Abgabetermine: Mittwoch, 7. März, 21. März und 11. April, jeweils von 13 bis 14 Uhr. Gunhild Dannenberg ist in der Schulbibliothek anzutreffen.

Oschersleben l Noch sind die Vitrinen leer im Keller der Puschkin-Sekundarschule. Doch sie haben genau wie die alten Schulbänke schon ihren Platz im künftigen neuen Schulmuseum der Schule eingenommen. Der Keller ist hergerichtet. Das Klinkergewölbe blieb erhalten, die Wände sind geweißt, der Fußboden ist im alten Stil gefliest. Die technischen Voraussetzungen zum Wiederaufbau des Museum sind also geschaffen.

Vitrinen sind schon aufgestellt

Schon einmal hatte die Puschkin-Sekundarschule ein Schulmuseum. Der Aufbau seinerzeit begann vor allem viel schmutziger. Denn die Räume wurden bis 1983 als Kohlenkeller genutzt. Der damalige Schuldirektor Hans-Georg Hahn entwickelte gemeinsam mit den Kollegen des Fachzirkels „Geschichte“, die Leitung hatte damals Jutta Köpke, einen Plan zur Gestaltung des Museums. 1984 wurde begonnen, eine Sammlung geeigneter Exponate wurde angelegt und zugleich das Schulwesen im Landkreis Oschersleben erforscht.

Die Ausgestaltung der Räume konnte 1986 beginnen. „Anlässlich des 90. Geburtstages des Schulgebäudes wurde das Schulmuseum am 17. November 1986 eröffnet“, erinnert sich Gunhild Dannenberg, die schon damals als junge Lehrerin Deutsch und Geschichte an der Schule unterrichtete und heute neben Hans-Georg Hahn und dem ehemaligen Lehrer Lutz Bittner zum Team derer gehört, die den Wiederaufbau des Museums nun in Angriff nehmen.

Bilder

1986 leisteten Schüler und Lehrer insgesamt 2790 Arbeitsstunden und schufen einen Wert von 55.000 DDR-Mark. Als 2012 der umfassende Umbau der Puschkin-Schule begann, wurde das Museum geräumt. Die Exponate sind noch heute in einem Klassenraum eingelagert. „Doch wir werden das Schulmuseum nicht wieder so aufbauen, wie es war. Mal abgesehen davon, dass die Schautafeln nicht mehr verwendet werden können, soll es ein Erlebnismuseum, ein Museum zum Anfassen und Mitmachen werden“, erklärt Schulleiterin Astrid Ribke.

Es gab bereits ein Schulmuseum

Geplant sei eine Reise durch die einzelnen Epochen: von der alten Schule, über die DDR-Zeit ins Hier und Jetzt. Eine Leseecke sei geplant, in der in alten Büchern gestöbert werden könne. Unter diesen Gesichtspunkten solle das aus dem alten Schulmuseum vorhandene Material aufgearbeitet werden.

Die alten Bänke des ehemaligen Museums haben schon mal ihren Platz im neuen Museum eingenommen. Hier sollen vor allem Kinder einmal sitzen und mit einem Griffel schreiben können. Damit sie ein Gefühl dafür bekommen, wie ihre Großeltern oder gar Urgroßeltern schreiben gelernt haben.

In jedem Fall sei das Schulmuseum bei vielen Menschen nicht in Vergessenheit geraten. Immer wieder werde gerade bei Klassentreffen, die mit Führungen durch die Schule verbunden sind, nach dem Museum gefragt. „Ein Grund mehr, es wieder aufzubauen“, meint Gunhild Dannenberg.

Suche nach Exponaten

Sie hat in diesem Zusammenhang auch eine Bitte an die Menschen in und um Oschersleben: Sie sollten in Schränken und Schubkästen stöbern, ob sie nicht noch alte Gegenstände aus ihrer Schulzeit zu Hause haben. Was genau alles gesucht wird und wo es abgegeben werden kann, ist dem Info-Kasten zu entnehmen. „Es wäre schön, wenn uns das Material geschenkt werden würde. Wir freuen uns aber auch über Leihgaben“, meint Lehrerin Dannenberg.

Im gewissen Sinne ist der Wiederaufbau des Schulmuseums der Puschkin-Sekundarschule ein erster Beitrag zur 1025-Jahr-Feier Oscherslebens im kommenden Jahr. „Und wir werden den ersten Oschersleber Stolperstein zur Erinnerung an Menschen, die Opfer der Nazi-Diktatur waren, vor der Puschkin-Schule platzieren und damit an Rektor Keck erinnern, der sich für zwei jüdische, sehr intelligente Schülerinnen einsetzte und deshalb im dritten Reich seinen Job verlor“, erklärt Lutz Bittner.

Er hat für die Bodestadt die Initiative „Stolpersteine“ ins Leben gerufen.