Oschersleben l Der Bau einer neuen Schwimmhalle für Oschersleben auf dem alten Bahngelände ist längst beschlossene Sache. Ein zeitweilig eingesetzter Ausschuss hat sich mit dem Projekt beschäftigt und inzwischen steht fest, wie der Neubau einmal aussehen soll. In der vergangenen Hauptausschusssitzung stand nicht nur die Finanzierung des Projektes zur Debatte. Über den aktuellen Planungsstand wurde berichtet, dass ein Kleinkindbecken nun doch eingebaut wird und der Saunabereich dahin gehend überplant wurde, dass es nun War ursprünglich von einem Investitionsvolumen von 7,25 Millionen Euro die Rede, ist dieses nun auf 8,1 Millionen Euro gestiegen.

Damit steigt auch der Finanzbedarf für die Bewos. Die Wohnungsbau- und verwaltungsgesellschaft als 100-prozentige Tochter der Stadt Oschersleben wurde mit Beschluss des Stadtrates im vergangenen Jahr mit dem Bau der neuen Schwimmhalle beauftragt und tritt somit als Eigentümer, Bauherr und Investor für den Schwimmhallenneubau auf.

Zuschuss von der Stadt

Der aktuelle Finanzplan sieht so aus, dass die Bewos 5,752 Millionen Euro über einen Kredit finanzieren wird. Genehmigt ist bereits ein Investitionszuschuss von der Stadt in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Einem weiteren Zuschuss von 748.000 Euro stimmte der Hauptausschuss in seiner Sitzung in der vergangenen Woche zu. Alternativ hätte die Bewos auch einen Kredit in Höhe von 6,5 Millionen Euro aufnehmen können.

Für die Kreditaufnahme hatte sich die Bewos auf dem Kapitalmarkt umgeschaut. Nun wird aber die Stadt das Darlehen geben. Die habe ohnehin „zu viel auf der hohen Kante“ und müsse dafür sogenannte Verwahrentgelte, eine Art Strafzins, berappen.

Die Stadt Oschersleben gewährt der Bewos ein Darlehen in genannter Höhe mit 1,9 Prozent Zinsen und das mit einer Laufzeit von 30 Jahren.

Alle Verfahrensschritte abgestimmt

Um sich rechtlich abzusichern, hat die Stadt die Kommunalaufsicht informiert. „Alle Verfahrensschritte sind mit der Kommunalaufsicht abgestimmt, auch aus der Sicht des Wettbewerbsrechts“, erklärte Bürgermeister und Vorsitzender des Hauptausschusses, Benjamin Kanngießer (parteilos), während der Sitzung.

CDU-Stadtrat Urban Jülich hakte nach, ob denn die Stadt nicht ihre Liquidität gefährde und ob sie auch in Zukunft handlungsfähig sei.

Kämmerin Katrin Hoffmann erklärte, dass die aus der Kreditaufnahme resultierende Zins- und Tilgungsleistung der Bewos der von der Stadt zu leistenden Nettokaltmiete für die neue Schwimmhalle entspreche. Die maximale Laufzeit des Mietvertrages beträgt 30 Jahre, Darauf aufbauend soll auch der Kredit eine maximale Laufzeit von 30 Jahren haben.

Bericht über die Planungen

Bewos-Geschäftsführer Dr. Thomas Harborth bekam während der Sitzung die Gelegenheit, über den aktuellen Planungsstand zu berichten. Nachdem sich 2018 ein zeitweiliger Ausschuss des Stadtrates damit beschäftigt habe, wie die neue Schwimmhalle einmal aussehen soll, sind die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben worden, den Zuschlag erhielt die Bauplanung Bautzen GmbH. „Ein erfahrenes Unternehmen, seit 20 Jahren im Geschäft“, so Thomas Harborth vor den Ausschussmitgliedern. Im Sommer solle es weitere Infos zum Bauablauf geben. Im Sommer/Herbst solle der Bauantrag gestellt werden. Der Baustart ist für 2020 geplant.

Thomas Harborth berichtete von einer zweiten Sauna, die zudem einen Außenbereich bekommt. „Das macht die ganze Sache auch vom Aussehen her attraktiver“, so Harborth. Er berichtet von der Schwimmhalle, dass diese nun insgesamt drei Becken haben wird, Das Schwimmerbecken hat die Abmaße 25 x 12,50 Meter, das Therapie- und Lehrschwimmbecken 8 x 12,50 Meter und das Planschbecken 3 x 12,50 Meter.

Neubau auf historischem Grund

Der Neubau stehe sozusagen auf historischem Grund zwischen aktueller Bahnlinie und der alten in Richtung Gunsleben/Braunschweig.

Unter Denkmalschutz steht nach wie vor der alte Oschersleber Bahnhof und deshalb habe dieses Gebäude den Vorrang, die neue Schwimmhalle habe sich diesem Gebäude „unterzuordnen“. „Der Zugang zur Schwimmhalle wird nicht über den historischen Bahnhof erfolgen. Das ist auch rein technisch nicht möglich, die Schwimmhalle liegt tiefer. Im Übrigen wird die Schwimmhalle zwei Eingänge haben, einen für größere Gruppen wie Schulklassen und einen für die anderen Badegäste“, berichtet Thomas Harborth.