Umweltaktion hat in Bördegemeinde lange Tradition: Freiwillige befreien bereits seit 1990 immer wieder Natur von Unrat

Seehausens Jäger auf der Pirsch - illegal entsorgter Müll im Visier

Seehausen (skr) l Auf einen "Beutezug durch die Wildnis" begaben sich auch in diesem Jahr wieder die Mitglieder der Jagdgenossen- und Jagdpächtergemeinschaft Seehausen im Rahmen ihrer jüngst geplanten Aufräumaktion. Dabei ging es feldein, einmal quer durch die Landschaft - im Visier: achtlos weggeworfener Müll.

Die fleißigen Sammler sollten schnell fündig werden: Autoreifen, Dachpappe, Plastiktüten gefüllt mit Hausmüll, Elektroschrott und jede Menge Bauschutt mussten sie auf die großen Traktorenhänger hieven.

Anschließend wurde der Unrat mit PS-starken Vehikeln auf das Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen gebracht und in einen Zehn-Kubikmeter-Container verladen. Dieser, der den "Sammlern und Jägern" kostenfrei vom Landkreis zur Verfügung gestellt wird, war am Ende des Arbeitseinsatzes am Sonnabendnachmittag bis zum Rand gefüllt, so dass sich der Einsatz auch in diesem Jahr wieder ganz offensichtlich gelohnt hat.

Die Umweltaktion gehört bei den Seehäusern bereits zur Tradition. Nur im Frühjahr, wenn die Vegetation noch nicht so hoch ist, haben die freiwilligen Müllsammler die beste Chance, die Abfälle in der Natur zu entdecken.

"Das machen wir bereits seit 1990 so", erklärt Jäger Rüdiger Duhme. "Bei diesem ganzen Unrat stellen wir uns dann jedes Jahr auch immer wieder dieselbe Frage: Warum manche Bürger der Natur derart großen Schaden zufügen und ihren Müll nicht einfach zur Deponie bringen?

Für diese Form der illegalen Müllentsorgung müssen so immer gleich alle Steuerzahler aufkommen. Das ist ungerecht und muss nicht sein."

In diesem Jahr hätten die freiwilligen Müllsammler von Seehausen erstmals vorab auch die Abfallentsorgung hinzuziehen müssen. Denn in der Seehäuser Gemarkung stapelte sich bereits an einigen Stellen regelrecht der Müll. So mancher macht sich illegal auf den Weg und kippt Glasscherben, Bauschutt, Weihnachtsbäume, Babywindeln und Milchkartons und sogar Elektronik, die ausgedient hat, in die Landschaft.

"Allein bei dieser ersten Aktion Anfang April sind bereits um die sechs Kubikmeter Müll zusammengekommen. Die Abfallentsorgung musste den Müllbergen beispielsweise am Ampfurther und Rodensleber Weg sowie an der Warte sogar mit schwerem Gerät zu Leibe rücken, um diese aus der Landschaft ziehen zu können. So viel hatte sich hier aufgetürmt. Allein hätten wir das gar nicht an einem Wochenende geschafft", erzählt Duhme.

Ein weiteres Problem sei, dass der Müll nicht nur die Natur verschandelt, sondern auch für Mensch und Tier eine Gefahrenquelle darstelle. "Spaziergänger sowie die Waldbewohner können sich verletzten", so der 62-Jährige. Außerdem sei es auch schon vorgekommen, dass Knochen oder tote Haustiere achtlos in der Landschaft abgelegt worden sind. Das seien, so Duhme, auch Infektionsherde, an denen sich Tiere mit Krankheiten anstecken können.

Wer seinen Müll in die Natur kippt, riskiert übrigens eine Anzeige wegen illegaler Abfallentsorgung. Hier drohen Bußgelder, in schweren Fällen sogar Haftstrafen.