Harbke l „Die Turmruine ist wieder für alle sichtbar – das haben wir uns lange schon gewünscht“, sagt Bürgermeister Werner Müller. „Deshalb sind wir in der Gemeinde froh und dankbar, dass es jetzt endlich geklappt und die Denkmalbehörde der Schaffung einer Sichtachse zugestimmt hat.“ Nächstes Ziel sei es, die Ruine der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

„Auch wenn noch nicht für jedermann begehbar, ist der Turm mit dem umgebenden Ehrenhain ein lohnendes Ausflugsziel“, so Werner Müller, „nur blieb es Gästen des Schlossparks und des Lustwalds jahrzehntelang verborgen. Lediglich Insidern war der Standort bekannt.“

Denkmalbehörde stimmt Sichtachse zu

Dabei befindet sich die Ruine auf einer Anhöhe in unmittelbarer Nähe zur Straße Richtung Marienborn, ist bei genauem Hinsehen auch von dort aus zu entdecken. Der Zugangspfad beginnt am Parkplatz des Ruheforstes gegenüber vom Schwarzkuhlenteich. Ebendort ist nun die Schneise geschlagen worden und gibt den Blick frei auf den etwa 15 Meter hohen Sandsteinzylinder.

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„Hierfür mussten im Umfeld des Turms drei Bäume gefällt und der Gehölzaufwuchs entfernt werden“, erklärt Werner Müller. Koordiniert wurde die Maßnahme von der Betriebsleitung des Ruheforstes, auf dessen Gelände sich das Baudenkmal befindet. „Die Sichtbarmachung der Turmruine wurde schon seit Jahren von der Gemeinde und der Eigentümerfamilie Binroth angestrebt“, betont der Bürgermeister.

Die Turmruine übrigens ist noch nie etwas anderes gewesen, nämlich gezielt in verwunschener und dem ersten Blick nach verfallener Gestalt errichtet worden (1848–1858). „Der Harbker Schlossherr Werner von Veltheim hatte den Bau in Auftrag gegeben. Es war ein Dank an die Bürger für ihre Treue und sollte ihnen in einer entbehrungsreichen Zeit Arbeit und Brot geben“, weiß Müller aus Aufzeichnungen jener Zeit.

Wunsch bestand seit Jahren

Im Turmzimmer fanden sich einst folgende Worte zu lesen: „Neu schuf ich hier Altes / Doch auch das Neue wird alt / Und vergeht wie das Alte verging / Nachkommen sorget nun Ihr / daß nicht zu früh es geschieht“. „Diesen Spruch beherzigend, bemühen wir – die Eigentümer und die Gemeinde – uns um den Erhalt dieses Baudenkmals“, blickt Werner Müller voraus. Denn das Freischneiden der Sichtachse soll „nur ein erster Schritt hin zur Sicherung gewesen sein.“ Der nächste umfasse die Sanierung der Ruine.

So war bei einer durch Leitern und Gerüste im Turminnern ermöglichten Begehung vor gut drei Jahren festgestellt worden, dass Wildwuchs im Gemäuer und Überwucherungen den Zinnen und der Dachabdeckung schwer zugesetzt haben. Im Oberstübchen wäre also Restaurierung angesagt. Das Hauptaugenmerk dürfte allerdings auf der Errichtung einer Wendeltreppe liegen. Diese war früher vorhanden, ist jedoch vor gut 70 Jahren durch Vandalismus zerstört worden.

Turm soll wieder zugänglich werden

„Unsere Pläne“, macht der Bürgermeister deutlich, „sind natürlich von der Bewilligung von Fördermitteln abhängig. So sie denn fließen, soll nach erfolgter Sanierung eine Dauerausstellung zur Harbker Park- und Forstgeschichte im Turminneren eingerichtet werden.“