Oschersleben l Die erste Sozialausschusssitzung des neuen Jahres nutzte das Bündnis für Familie und Zukunft, um die Ergebnisse, Erkenntnisse und Anregungen des im vergangenen Jahr stattgefundenen Workshops „Jugendarbeit Oschersleben und Ortsteile“ dem Sozialausschuss zu übergeben. Die Übergabe des Papiers passte gut zum Tagesordnungspunkt „Vorstellung des Konzeptes Mobile Jugendarbeit im DRK-Kreisverband Börde“. Dieses Konzept stellte Jörg Gutbrodt, Leiter der DRK-Kinder- und Jugendeinrichtung Cross Point in Oschersleben, vor. Das Konzept ist überschrieben mit „...mehr als (auf)suchen...“

In den 19 Ortsteilen der Stadt Oschersleben würden Jugendliche über zwölf Jahre nur selten oder gar nicht den Weg in struktuierte soziale Einrichtungen finden. Stattdessen seien die Jugendlichen auf Parkplätzen der Discounter oder an den Bushaltestellen anzutreffen. Dort wären die Jugendlichen eher der Störfaktor. Wer kümmert sich im die Belange der Jugendlichen in den Orten?

Sozialarbeiter soll Kontakt suchen

„Die Jungen und Mädchen fühlten sich allein gelassen. Sie haben keinen Ansprechpartner vor Ort, der für ihre Interessen eintritt, für sie Partei ergreift und Angebote offeriert, die die junge Generation anspricht. Und genau an dieser Stelle soll die Mobile Jugendarbeit des DRK-Kreisverbandes Börde ansetzen“, heißt es im Konzept. Es geht zunächst auf die Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren ein. Ein Sozialarbeiter solle den Kontakt zu den Jugendlichen in den Ortsteilen suchen. Da er nicht überall zugleich sein könne, würde es für den Anfang sinnvoll sein, sich zunächst auf drei Ortsteile, die als Brennpunkte gelten, zu konzentrieren.

Durch persönliche Gespräche des Sozialarbeiters mit den Jugendlichen vor Ort, durch Flyer, aber auch durch erste geplante Aktionen für junge Erwachsene, wie ein Kino- oder Konzertbesuch oder eine Fahrt ins Spaßbad könnte auf die Mobile Jugendarbeit aufmerksam gemacht werden.

Um die Jugendarbeit voranzubringen, sollten auch Netzwerke in den Ortschaften genutzt werden. Ein solches Netzwerk wären die Jugendwehren. Hier könnte sich der Sozialarbeiter vorstellen, mit den jungen Leuten ins Gespräch kommen. Auch andere Partnerschaften wären denkbar. Wie beispielsweise Fitnessstudios, in denen Kurse für Karate und Judo angeboten werden können.

Angewiesen auf Zuschüsse

Jörg Gutbrodt konnte den Mitgliedern des Sozialausschusses berichten, dass der DRK-Kreisverband einen Kleinbus angeschafft habe, mit dem es nun möglich sei, auch Jugendliche aus den Dörfern zu holen, sie an Aktionen zu beteiligen. So ist im April ein Besuch der Lasertag Arena in Magdeburg geplant. Im Juli soll es in den Kletterpark in die Landeshauptstadt gehen. Ebenso im Juli sei eine Tagesfahrt in den Babelsberger Filmpark geplant und im Oktober soll es in die Autostadt nach Wolfsburg gehen. Derartige Aktivitäten finden vor allem in den Ferien statt.

Mit dem Konzept zur Mobilen Jugendarbeit nimmt die Stadt Oschersleben im Grunde genommen erneut Anlauf, die Jugendarbeit auch in den Ortsteilen zu organisieren. Daher fragte Stadträtin Ingeburg Gerke nach, was aus einer ersten Bedarfsanalyse aus dem Jahr 2016 geworden ist. Schon damals sollte unter den Jugendlichen erfragt werden, was sie sich wünschen. Auch hakte sie nach, wie es mit der Finanzierung aussieht. An dieser Stelle kommt auch der Landkreis ins Spiel, der für die Jugendarbeit Gelder im Haushalt eingestellt habe und neben dem Zuschuss für Stellen auch Projekte mit Jugendlichen fördern kann. „Doch wir werden auch auf Spenden angewiesen sein“, meinte Andrea Diegelmann, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK.

Lothar Lortz (FUWG) berichtete als Sozialausschussmitglied und Ortsbürgermeister von Hornhausen, dass in seinem Heimatort Räumlichkeiten für Jugendliche zur Verfügung ständen. „Aus dem Herrichten der Räume könnte man doch ein Projekt machen“, schlug Lortz vor.