Hornhausen/Oschersleben l Der Hornhäuser Adolf Nowak findet am Lesertelefon deutliche Worte: „Hornhausen braucht wieder eine Sorthalle. Egal, ob für die Gymnastikfrauen, Tischtennisspieler oder für den Schulsport. In das Oschersleber Jahnstadion wird so viel Geld investiert, wird zum Vorzeigeobjekt und wir werden weiter vertröstet.“

Ende März 2019 haben sich Teile der Deckenkonstruktion der Hornhäuser Turnhalle gelöst und waren auf den Hallenboden gestürzt. Ein Gutachter war seinerzeit mit der Schadensaufnahme beauftragt worden. Er stellte Risse und Löcher in der Deckenkonstruktion fest. Weitere Untersuchungen und ein Holzschutzgutachten ergaben, dass umfangreichere Reparaturen an den Holzkonstruktionen notwendig sind. Die Stadtverwaltung Oschersleben habe im vergangenen Jahr bekundet, dass mit der Sanierung für Hornhausen etwas Vernünftiges und eine sichere Sportstätte schaffen werden sollte. Zumal die Hornhäuser Turnhalle durch den Schulsport, Kita und verschiedene Vereine eine eifrige Nutzung im Ort erfährt.

„Die Stimmung im Dorf ist schon ganz unten. Es ist traurig, dass die Bürger und Vereine immer wieder vertröstet werden“, sagt Hornhausens Ortsbürgermeisterin Inge Tamm zur gesperrten Turnhalle im Dorf. Auch weil eine Änderung des Zustandes nicht in Sicht ist.

„Wir sehen es ein, dass eine Stadt wie Oschersleben vernünftige Sportstätten haben muss, eine neue Schwimmhalle gebaut wird. Aber die anderen Ortsteile dürfen auch nicht vergessen werden. Wir fühlen uns gerade wie das fünfte Rad am Wagen. Unsere Geduld ist langsam am Ende“, meint Inge Tamm. Die Ortsbürgermeisterin hatte Einsicht in ein Gutachten, in diesem werden die Kosten für die Beseitigung der Schäden am Dach und Dachstuhl auf 221.000 Euro beziffert.

Ausweichquartier Gemeinschaftshaus

Aktuell steht für sportliche Aktivitäten das Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung. Finden dort allerdings Veranstaltungen, wie jüngst die Rassegeflügelschau oder jetzt die Karnevalssitzungen der Wulferstedter Karnevalisten statt, muss der Sport pausieren.

Auch die Mobile Kinder- und Jugendarbeit des DRK ist von der Sperrung betroffen. „Als wir noch die Sporthalle nutzen konnten, sind deutlich mehr Kinder gekommen. Wir können zwar einen Raum im Dorfgemeinschaftshaus nutzen, aber für sportliche Aktivitäten ist das nicht optimal“, sagt Jörg Gutbrodt, beim DRK für die Mobile Kinder- und Jugendarbeit zuständig.

„Es ist erklärte Absicht der Stadt und auch des Stadtrates, in Hornhausen wieder ganzjährig Sport zu ermöglichen. Da aufgrund des nun vorliegenden Schadens umfassendere Maßnahmen unumgänglich sind, ist es notwendig und nachhaltig eine Instandsetzung mit Fördermitteln umzusetzen“, so die jüngste Auskunft von Stadtsprecher Mathias Schulte. Um die nachhaltige Instandsetzung der Hornhäuser Turnhalle auch finanziell untersetzen zu können, wurde nach Förderprogrammen gesucht und mit dem europäischen Förderprogramm Leader ein möglicher Fördertopf gefunden.

Im Oktober des vergangenen Jahres hat die Lokale Aktionsgruppe „Börde“, zu dem die Stadt Oschersleben und die Verbandsgemeinde Westliche Börde zählt, die Prioritätenliste für den Förderzeitraum 2020/2021 beschlossen. Auf besagter Liste liegt die Dachreparatur der Turnhalle Hornhausen mit zwölf Punkten auf Rang 4. Laut Leader-Manager Jörn Freyer habe die Stadt Oschersleben nach dem Beschluss der Prioritätenliste einen „ordentlichen“ Förderantrag auf den Weg gebracht und am 15. November beim Amt für Landwirtschaft Flurneuordnung und Forsten (ALFF), wo die Anträge geprüft und bearbeitet werden, abgegeben. Jörn Freyer geht davon aus, dass vor Ende März, Anfang April mit einer Bewilligung nicht zu rechnen sei.

Denn die eigentliche „Bremse“ bei der Bewilligung der Leader-Fördermittel ist das Land Sachsen-Anhalt. Erst im März solle der Landeshaushalt beschlossen werden. Da sich Leader aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) sowie vom Bund und den Ländern finanziert, ist also weiter Geduld gefragt.

Wie Mathias Schulte in der Sache weiter berichtet, wolle die Stadt einen vorzeitigen Maßnahmebeginn beim Fördermittelgeber beantragen.