Hausschwamm hat an Querbalken "ganze Arbeit geleistet"

Unter dem Kirchendach verbirgt sich eine böse Überraschung

Von Yvonne Heyer

Die Sanierung des Kirchendaches von St. Stephanus in Bahrendorf ist von langer Hand geplant und vorbereitet. Und doch gab es eine böse Überraschung: Einige Querbalken sind schwer geschädigt.

Bahrendorf l Bereits vor Monaten kündete ein Gerüst an der Bahrendorfer Kirche davon, dass hier bald die Sanierungsarbeiten beginnen. Das Gerüst war notwendig, um schon im Vorfeld einen Blick auf den Dachstuhl und seine möglichen Schäden zu werfen. Im Zuge der geplanten Bauarbeiten sollten der Dachstuhl saniert und die Kirche neu eingedeckt werden.

Trotz der intensiven Bauvorbereitungen gab es nun, als die Bauarbeiten begannen, doch eine böse Überraschung.

Finanziert durch Leader und Kirche

"Wie so oft bei Kirchen waren die Querbalken eingemauert und man konnte deren Zustand erst nach Öffnung des Gesimses sehen, ebenso die Balken, auf denen die Querbalken aufgelegt waren. Und dann, oh Schreck, diese waren in weiten Teilen so gut wie nicht mehr vorhanden, da der echte Hausschwamm ganze Arbeit geleistet hat", berichtet der zuständige Pfarrer Raimund Müller-Busse.

"Mit anderen Worten: Noch zwei, drei Jahre und der Dachstuhl samt Dach hätte sich verabschiedet und wäre uns womöglich auf den Kopf gefallen." Die nun sichtbar gewordenen Schäden bedeuten, dass mehr erneuert, mehr angeschuht werden muss, als geplant. "Zurzeit sieht es noch so aus, als ob wir mit den eingeplanten 187000 Euro noch hinkämen, aber abgerechnet wird bekanntlich immer zum Schluss", so der Pfarrer weiter. Er berichtet auch, dass Teile der Decke geöffnet werden mussten. Dabei wurde mehr Putz abgetragen, als ursprünglich geplant. Nun ist allerdings fraglich, ob das Geld reicht, um den Putz wieder zu erneuern.

Zum Teil werden die Sanierungsarbeiten über das Leader-Förderprogramm mitfinanziert. Das sind etwa 43 Prozent der Nettobausumme. Der größte Brocken aber wird vom Kirchenkreis Egeln und aus Rücklagen der Kirchengemeinde bzw. des Kirchspiels "Im Sülzetal" erbracht. Zusätzliche Mittel sind nicht drin. Zumal weitere Rücklagen zur Co-Finanzierung für die Sanierung der Sülldorfer Kirche aufgebracht werden müssen, wenn auch hier eine Leader-Förderung erfolgt. Das ist momentan aber noch unklar.

"Es war zu erwarten, dass wir mit dem Beginn der Arbeiten in Bahrendorf an die Grenzen unserer finanziellen Leistungsfähigkeit gehen, doch dass die Schäden so immens sein werden, dass wir zwar die Kirche retten können, aber nichts mehr für Verschönerungsarbeiten bleibt, das war nicht vorauszusehen", muss der Pfarrer feststellen.