Harbke l Größerer Schaden ist nicht entstanden, doch als bloßen Lausbubenstreich will Schulleiterin Annett Borchers die Übeltäterei nicht abstempeln. „Weihnachten ist ja eigentlich das Fest der Nächstenliebe, nur leider mussten wir mit Schrecken feststellen, dass es auch andere Ansichten dazu gibt“, ist sie verärgert und enttäuscht gleichermaßen. Sie selbst hatte in der Nacht zwei dunkle Gestalten vom Schulhof flüchten gesehen. Am nächsten Morgen dann die Bescherung: Das Spielhaus der Grundschule gewaltsam geöffnet, ein Dutzend Springseile miteinander verknotet und zwischen die Basketballkörbe gespannt, auch eine Reifentasche und ein teures Handbike waren zum „Spielen“ herausgeholt worden. Beenden konnten die Täter ihr Nachtwerk offenbar nicht. „Was immer das werden sollte, sie wurden aufgeschreckt und haben sich dann in der Dunkelheit versteckt“, so Borchers.

Die Schulleiterin hat vor dem Aufräumen Anzeige erstattet – mehr als Dienstpflicht als in der Erwartung, dass etwas dabei herauskommen wird. Borchers‘ Botschaft an die beiden Unbekannten: „Wenn ihr Lust auf Spielen habt, dann biete ich euch ein Praktikum an. Ihr könnt 143 Schüler bespaßen, weil durch euch irgendwann kein Spielzeug mehr da ist, das wir meist nur mühsam über Spenden oder Aktionstage erstehen können. Und vielleicht seid ihr auch irgendwann einmal Eltern und erlebt wie ‚toll‘ es ist, wenn andere Spielplätze, Spiele oder ähnliches zerstören.“