Hamersleben l Wenn die Schüler in Hamersleben zum Sport oder Hort wollen, haben die Betreuer immer ein mulmiges Gefühl. Grund dafür ist die Bundesstraße 245, welche direkt durch den Ort führt. Zwar befindet sich die Schule nicht direkt an der viel befahrenen Straße, jedoch trennt sie die Einrichtungen voneinander. Wenn die Kinder die Straße überqueren wollen, dann stellen sich die Lehrer jedes mal auf die Straße, um den Kindern einen sicheren Wechsel zu ermöglich. In Zukunft soll dieses Unterfangen zumindest visuell unterstützt werden. Ein Fußgängerüberweg ist dagegen nicht in Sicht.

Landkreis lehnte den Antrag ab

Die Verbandsgemeinde Westliche Börde hatte sich dieses Jahr an den Landkreis gewandt und ein entsprechendes Antragsverfahren bemüht, um an der Bundesstraße in Höhe der Bäckerei einen Fußgängerüberweg zu schaffen. Jedoch wies der Landkreis dieses Unterfangen ab: Für einen Fußgängerüberweg müssten mindestens 500 Fahrzeuge und 100 Fußgänger pro Stunde die Straße frequentieren. Jedoch ergab eine Zählung, dass zu Spitzenzeiten gerade einmal 41 Fußgänger die B245 überqueren, zudem wurden nur 360 Fahrzeuge gezählt.

Ein weiterer Antrag der Verbandsgemeinde zielte auf die Herabsetzung der Geschwindigkeit im betroffenen Bereich auf 30 Stundenkilometer ab. Den Gemeinderäten lag bereits der formulierte Antrag an den Fachdienst Verkehr des Landkreises Börde zur „Streckenbezogenen Anordnung von Tempo 30 vor Kindertagesstätten und Schulen“ vor. Tempo 30 solle im Bereich der Bundesstraße 245 in Höhe des Bäckers und der Apotheke angeordnet werden.

Im Antrag an den Landkreis heißt es weiter, dass diese Stelle, an der die Kinder die Straße überqueren müssen, besonders gefährlich ist, weil die Strecke eine Kurve enthält und schlecht einsehbar ist.

Visuelle Lösung soll realisiert werden

Der zuständige Fachdienst für Verkehr hat diesen Antrag auch bereits beantwortet. „Dieser ist leider negativ beschieden worden“, erklärt Heiko Walter vom Ordnungsamt Westliche Börde auf Anfrage der Volksstimme. Zur Begründung heißt es unter anderem, dass mehrere Voraussetzungen für eine Herabsetzung der Geschwindigkeit nicht erfüllt seien. Unter anderem liegen Sporthalle und Schule nicht direkt an der Bundesstraße.

Das nun zumindest eine visuelle Lösung realisiert wird, ist einer Rettungsstiftung zu verdanken. Die Pegler-Stiftung, welche bereits in ganz Deutschland Geschwindigkeits-Warntafeln aufgestellt hat, hatte sich gemeldet und ihre Hilfe angeboten. Einzige Bedingung: „Wir schaffen die Tafeln an und die Gemeinde übernimmt die laufenden Kosten“, erklärt der Vereinsvorsitzende der Stiftung Andreas Sosniczka. Darauf habe sich Gemeinde auch eingelassen. Auch eine noch offene Grundstücksfrage sei mittlerweile geklärt worden. Die Warntafeln sollen zukünftig im Bereich des gefährdeten Bereiches zwischen Sporthalle und Schule angebracht werden.

Dass die Tafeln tatsächlich Wirkung zeigen, zeigt ein Beispiel aus Wernigerode. Dort wurden bereits vor etlichen Jahren Geschwindigkeitstafeln vor Kindertagesstäten aufgehängt. Einige Zeit später bestätigten die Stadt sowie Verkehrsteilnehmer, dass nun viel aufmerksamer und vor allem langsamer gefahren werde.

Tafeln kommen im August

„Zwar haben wir noch keinen fixen Termin, aber wir wollen noch diesen August, also vor Beginn des neuen Schuljahres, die zwei Warn-Tafeln in Betrieb nehmen“, verspricht Sosniczka.

Bis dahin müssen sich Eltern und Kinder trotzdem in Acht nehmen, denn auch der einzige Spielplatz des Ortes liegt auf der anderen Seite der Bundesstraße, direkt neben der Schule.