Oschersleben l Das Gelände des Oschersleber Bahnhofs ist zu großen Teilen mit einer Schneeschicht überzogen. Wo die Gleise verlaufen, lässt sich kaum noch erahnen. Fahrgäste: Fehlanzeige. Wie das Unternehmen Abellio Rail Mitteldeutschland mitteilt, ist der Zugverkehr weiterhin stark eingeschränkt. Nur wenige Strecken seien überhaupt befahrbar.

Abellio-Pressesprecher Matthias Neumann erklärt, dass in Oschersleben derzeit überhaupt kein Zug fährt - weder nach Magdeburg noch Richtung Harz. Eine genaue Prognose, wann sich das ändern werde, sei derzeit noch nicht möglich. „Bedingt durch die Witterungs- und Straßenverhältnisse kann nach wie vor kein Ersatzverkehr mit Bussen angeboten werden“, so der Pressesprecher weiter.

Schienenersatzverkehr ist ausgefallen

Ähnlich sieht es beim Unternehmen Bördebus aus. Auf seiner Internetseite teilt das Unternehmen mit, dass der Fahrbetrieb einstweilen eingestellt sei - und zwar zunächst bis heute vormittag um 10 Uhr. Bis auf Weiteres seien nur die Rufbusse unterwegs, und auch bei ihnen könne es zu Einschränkungen kommen. „Trotz intensiver Bemühungen des Winterdienstes, sind vielerorts Nebenstraßen, Ortsteile, Gewerbegebiete und Haltestellenbereiche nicht beziehungsweise nicht sicher befahrbar“, heißt es seitens des Unternehmens. „An einer Vielzahl von Haltestellen kann ein sicherer Fahrgastwechsel nicht erfolgen. Eine Verlässlichkeit in Hinblick auf die Abfahrtszeiten entlang des Linienweges ist nicht gegeben.“

Wie die Polizei bekannt gibt, hat das aktuelle Winterwetter auch zu einer ganzen Reihe an Unfällen geführt. Dazu zählten beispielsweise Auffahrunfälle, weil Fahrzeuge durch den glatten Untergrund beim Bremsen weiter rutschten, als das von ihren Fahrern angenommen worden sei. „Auch Unfälle, bei denen die Fahrzeuge einfach aufgrund der Glätte seitlich von der Fahrbahn wegrutschten und gegen Fahrzeuge oder Verkehrszeichen stießen, wurden aufgenommen“, hält Pressesprecher Matthias Lütkemüller fest. Zu schwerwiegenden Verletzungen sei es bei den Unfällen aber bislang nicht gekommen. Von „unnötigen Fahrten“ rate die Polizei derzeit dringend ab.

Laut der Polizei gab es bereits zahlreiche Un

Gute Nachrichten gab es aus der Helios Bördeklinik. Pressesprecherin Rebecca Jahn teilt mit, dass das Krankenhaus in Neindorf trotz der großen Schneemengen durchgängig erreichbar sei. „Die Zufahrten der Bördeklinik waren frei, sodass die Rettungsdienste und Privatpersonen die Klinik und die Notaufnahme erreichen konnten. Einzig die Parkplatzsituation ist noch etwas angespannt, da die Schneemassen derzeit noch beräumt werden.“

Am Montag habe der anhaltende Schneefall dafür gesorgt, dass es im ärztlichen und im pflegerischen Dienst vereinzelt Ausfälle gegeben habe. „Besonders Kollegen aus den umliegenden Dörfern oder aus der Harzregion hatten, aufgrund der aktuellen Wetterlage, Probleme den Dienst rechtzeitig zu beginnen. Auch einige FSJler und Auszubildende, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, hatten Schwierigkeiten den Dienst aufzunehmen. Wir konnten die Situation im Team gut lösen, so war die Versorgung der Patienten jederzeit sichergestellt“, erklärte Christian Klix als Elternzeitvertretung der Pflegedirektorin. Und weiter: „Seit Dienstagfrüh hat sich die Lage schon weitestgehend wieder entspannt und viele Kollegen können ungehindert zur Arbeit fahren“. Versorgungsengpässe, etwa im Hinblick auf das Essen der Patienten, habe es nicht gegeben.

Kreisverwaltung arbeitet vorerst im Notbetrie

Der Landkreis Börde informiert darüber, dass man derzeit im Notbetrieb arbeite. Die Kreisverwaltung sei erreichbar, Termine beim Straßenverkehrsamt würden realisiert. Es könne jedoch zu längeren Wartezeiten kommen. Viele Beschäftige hätten gestern durch den Schnee nicht zur Arbeit kommen können, so Pressesprecher Uwe Baumgart. Aller Voraussicht nach werde der Notbetrieb noch einige Tage andauern. „Wer einen persönlichen Termin vereinbart hat, der sollte sich vorher telefonisch gegen versichern“, erklärte Uwe Baumgart.

Schwierigkeiten bei der Anlieferung von Waren

Auch für Händler und Unternehmen ist der viele Schnee ein Problem: Bernd Kittelmann hat bei der Volksstimme angerufen. Seine Frau Natalia Kittelmann betreibe mit dem „Magnet“ ein Geschäft für internationale Spezialitäten. Doch wie Bernd Kittelmann informiert, habe man jetzt Warenlieferungen stornieren müssen. Es handele sich um Palettenware, die mit einem Hubwagen vom Lkw zum Laden gebracht wird. Doch wegen des aufgetürmten Schnees am Straßenrand, sei das nicht möglich, sagt Bernd Kittelmann. Tatsächlich komme ein Lkw gar nicht bis zum Gehweg. Er habe diesbezüglich bereits mit Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer gesprochen. Bislang ohne Ergebnis.

Auf Anfrage teilt der städtische Pressesprecher Mathias Schulte dazu mit, dass der Winterdienst weiterhin mit aller Kraft arbeite. Es habe Ausfälle gegeben, weil es einige Mitarbeiter aus ihren jeweiligen Wohnorten nicht nach Oschersleben geschafft hätten. Doch die übrigen Mitarbeiter des Bauhofes täten, was sie könnten. Aktuell seien sie im Zwei-Schicht-System unterwegs. „Ich kann den Ärger völlig nachvollziehen. Doch die Kollegen können sich nicht teilen“, so Mathias Schulte. Es gehe vorrangig darum, die Straßen freizuschieben. Wenn sich dabei Schnee an den Rändern auftürme, sei das vorerst nicht zu ändern. Im Zweifel müssten Betroffene selbst zum Schneeschieber greifen. Alles sei nicht leistbar.

Die Hauptstraßen seien mittlerweile wieder weitgehend frei. Die Nebenstraßen würden Stück für Stück abgearbeitet, so Mathias Schulte. Teilweise seien sie aber schwer zu beräumen, weil auf beiden Seiten der Straße Autos parken. Allgemein bittet der städtische Pressesprecher um Verständnis. Der aktuelle Winter sei deutlich stärker als in den vergangenen Jahren. Gerade die großen Schneemengen bedeuteten eine außergewöhnliche Situation.

Das Betreten von Eisflächen ist verboten

Lobend hob Mathias Schulte die vielen Fälle von bürgerschaftlichem Engagement hervor, die es derzeit in Oschersleben gebe. Bei festgefahrenen Autos würden zum Beispiel Passanten mit anpacken. Teilweise seien auch Landwirte mit ihren Traktoren unterwegs, um zu helfen.

Zu guter Letzt hält die Stadtverwaltung noch zwei dringende Hinweise bereit. So wird vor dem Betreten von Eisflächen nachdrücklich gewarnt, es bestehe Lebensgefahr. Zwar würden stehende und fließende Gewässer immer stärker zufrieren. Es werde jedoch keine Freigabe erfolgen. Ein Verstoß gegen das Verbot könne mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden. Zweitens warnt die Stadt vor der Möglichkeit von Dachlawinen.