Oschersleben l Kelle für Kelle wird die Kupferröhre mit Mörtel bedeckt. In ihrem Inneren befinden sich Planungsunterlagen, Münzen, eine Zeitschrift und eine Zeitung. In späteren Jahren sollen diese Dinge an den gestrigen Tag erinnern. Denn gestern hat die Bewos zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz, Landrat Martin Stichnoth, Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer und Vertretern der Baufirma den Grundstein für das Wohnquartier „Stadtmühle“ gelegt.

„Die Bodenplatte ist gerade am Dienstag rechtzeitig fertig geworden“, informierte Thomas Harborth. Er ist der Geschäftsführer der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos. Für rund sechs Millionen Euro möchte das Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Stadtmühle ein dreistöckiges Gebäude errichten. Es soll 43 barrierefreie Wohnungen sowie eine Tagespflege mit 30 Plätzen beinhalten. Betrieben werden soll die Einrichtung vom Kreisverband Börde des Deutschen Roten Kreuzes, die das Areal nach Abschluss der Arbeiten von der Bewos pachtet.

Umfangreiche Vorbereitungen

Für das Projekt waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Zunächst ließ die Bewos Sträucher und Schutt vom 4800 Quadratmeter großen Gelände der Stadtmühle entfernen. Anfang 2020 wurden die Ruinen der noch vorhandenen Gebäude abgerissen. Das alte Eingangsportal mit dem Schriftzug „Stadtmühle“ soll dagegen erhalten bleiben.

Der offizielle erste Spatenstich erfolgte am 30. Juni. Da der Bauuntergrund durch die Nähe zur Bode seine Eigenheiten hat, ließ die Bewos zunächst 140 Betonpfähle in den Boden gießen. Rund 500 Tonnen Beton kamen dabei zum Einsatz.

Die eigentlichen Bauarbeiten am Gebäude sollen laut Thomas Harborth in der kommenden Woche beginnen. Ein großer Kran steht schon bereit. „Das Richtfest soll Anfang 2021 gefeiert werden“, berichtete der Bewos-Geschäftsführer. Die Fertigstellung des Wohnquartiers sei für das Ende des kommenden Jahres eingeplant.

Viele Anfragen

Wie der Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Börde Ralf Kürbis ausführte, gebe es für die Wohnungen schon viele Anfragen. „Die ersten Gespräche werden ab Januar stattfinden“, ergänzte Korinna Reiser vom DRK. Sie wird die Einrichtung später leiten.

Ralf Kürbis erklärte darüber hinaus, dass der Bedarf für barrierefreien Wohnraum im Zusammenhang mit Betreuungs- und Pflegeleistungen hoch sei. Dabei spiele der demographische Wandel eine Rolle. Im Februar habe der DRK-Kreisverband Börde ähnliche Einrichtungen in Haldensleben und Wolmirstedt eröffnet. Nicht zuletzt lobte er den Standort des Oschersleber Wohnquartiers direkt an der Bode. Dem stimmte Bürgermeister Benjamin Kanngießer zu: „Man ist hier mitten in der Stadt und gleichzeitig nah an der Natur.“