Oschersleben l Noch braucht es etwas Fantasie, um sich die fertigen Räume vorzustellen. Trotzdem war die Neugier bei den angehenden Mietern groß. Die Wohnungsgenossenschaft „Neues Leben“ hatte auch sie zum Richtfest eingeladen. Nach dem offiziellen Festakt konnten die Gäste die Zimmer des Rohbaus begutachten, die bald zu ihren Wohnungen gehören werden.

Die vierte und letzte Stadtvilla, die sich am Damaschkeweg sowie an der Straße Neues Leben befindet, umfasst rund 900 Quadratmeter. Auf vier Etagen entstehen neun Wohnungen und eine Gewerbeeinheit. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende der WG „Neues Leben“, Joachim Kunkel, berichtete, gibt es bereits für alle Bereiche Vorverträge. Jede Wohnung wird über einen Balkon oder eine Dachterrasse verfügen. Ein Fahrstuhl sorgt für die gute Erreichbarkeit. Die Fertigstellung der vierten Stadtvilla ist für das zweite Quartal des kommenden Jahres geplant.

Sporthalle abgerissen

Der Vorstandsvorsitzende Ronny Röper blickte beim Richtfest in die Vergangenheit zurück. 2012 habe die Wohnungsgenossenschaft das etwa 8500 Quadratmeter große Areal gekauft. Anschließend wurden die alte Damaschkesporthalle und einige Industriebrachen abgerissen. 2015 sei dann der Bebauungsplan für den neuen Wohnpark bestätigt worden.

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Zunächst wurde die Straße Neues Leben gebaut. Links und rechts entstanden in den Jahren 2018 bis 2020 die ersten drei Stadtvillen. Im Mai 2020 begann der Bau der vierten. Zusammen sollen die Gebäude laut Ronny Röper 69 Wohnungen und die schon genannte Gewerbeeinheit umfassen. In letztere werde eine Physiotherapie-Praxis einziehen. „Wir denken schließlich auch an ihr Wohlbefinden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende, während er sich mit einem Lächeln an die angehenden Mieter wandte. Die Kosten für die vierte Stadtvilla bezifferte Ronny Röper mit 2,1 Millionen Euro. In den gesamten Wohnpark investiere die Wohnungsgenossenschaft zirka 12,2 Millionen Euro.

Der Vorstandsvorsitzende wies nicht ohne Stolz darauf hin, dass bisher alle Bauabschnitte termingerecht fertiggestellt wurden. Das sei heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Es gelinge nur, wenn die Chemie zwischen allen Beteiligten stimme und wenn sich die jeweiligen Firmen mit dem Projekt identifizieren würden. Joachim Kunkel betonte, dass auch der geplante Kostenrahmen nicht überschritten wurde. „Was hier betriebswirtschaftlich geleistet wurde, verdient ein großes Lob“, bekräftigte er.

Ähnlich positiv äußerte sich Egbert Wulf vom Ingenieurbüro Olaf Kühn. „Wir sind froh, die Planungen übernommen zu haben und stolz auf das Ergebnis“, erklärte er mit Blick auf die vierte Stadtvilla. Die Zusammenarbeit mit der Wohnungsgenossenschaft „Neues Leben“ und den anderen Firmen habe so gut funktioniert, „dass das Projekt für uns eine Herzensangelegenheit geworden ist“.

Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer sagte: „Aus meiner Sicht haben die Mieter eine sehr gute Wahl getroffen.“ Denn auch in den anderen drei Stadtvillen seien die Bewohner sehr zufrieden. Nicht zuletzt sei der Wohnpark eine wichtige Aufwertung für die Stadt. So viel Geld zu investieren, sei immer mit einem unternehmerischen Risiko verbunden. „Nicht jeder ist dazu bereit“, so der Bürgermeister. Durch die Einbindung lokaler Firmen habe der Bau des Wohnparks zugleich aber auch eine Wertschöpfung für die Region bedeutet.

Wie Ronny Röper in seiner Rede ankündigte, soll es nach Fertigstellung der letzten Villa ein großes Fest für den ganzen Wohnpark geben.