Oschersleben l Nicht nur die Mieter hatten allen Grund zur Freude. Die hatte auch die Wohnungsgenossenschaft „Neues Leben“ und die gesamte Stadt Oschersleben. „An diesem Standort werden Stadtentwicklung und der Wandel der Zeit besonders deutlich. Vor 100 Jahren befand sich hier an der Damaschkestraße das Industriegebiet von Oschersleben. Nun ist ein schönes Wohnquartier in zentraler Lage im Entstehen und das bedeutet zugleich Zuzug für Oschersleben. Zudem wird die Attraktivität der Stadt gesteigert“, meint der Bodestadt-Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos).

Attraktivität der Stadt soll steigen

Fast auf den Tag genau ist es ein Jahr her, dass die Wohnungsgenossenschaft „Neues Leben“ die neue Straße zwischen Damaschkeweg und Wilhelm-Heine-Straße mit dem Namen „Neues Leben“ übergeben konnte. Und damit den ersten Bauabschnitt der Erschließung des neuen Wohnquartiers abschloss. Der zweite „Streich“ folgte am selben Tag: Der Grundstein für die erste Stadtvilla wurde gelegt, am 29. September wurde Richtfest gefeiert.

Und wieder schlug die Wohnungsgenossenschaft am 8. Mai 2018 zwei Fliegen mit einer Klappe: Die erste Stadtvilla, das Haus C, konnte den Mietern übergeben werden. Zugleich wurde der Grundstein für das zweite Mehrfamilienhaus, Haus B mit 30 Wohnungen, gelegt.

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„Der Zeitdruck der letzten Wochen und Monate war enorm und hat allen Beteiligten viel abverlangt. Ich habe viel Respekt vor der Leistung aller Planer, Architekten und Handwerker“, stellte Joachim Kunkel, Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft, fest.

15 Wohnungen, vier Etagen

Die erste Stadtvilla beherbergt auf vier Etagen 15 Wohneinheiten mit acht Zweiraumwohnungen, vier Dreiraumwohnungen und drei Vierraumwohnungen. Die Dachgeschosswohnungen haben eine Dachterrasse, die anderen Balkon oder Terrasse. In ihre Wohnungen gelangen die Mieter über ein zentrales Treppenhaus oder über einen Fahrstuhl. Die Stadtvilla verfügt auch über eine Tiefgarage.

Auf dem etwa 8500 Quadratmeter großen Baugrundstück zwischen Damaschkeweg und Wilhelm-Heine-Straße ist bereits mit dem Bau der zweiten Stadtvilla begonnen worden. Sie wird mit 30 Wohnungen doppelt so groß wie die erste Stadtvilla sein. 2019 und 2020 folgen die nächsten Häuser.

Elf Millionen Euro werden investiert

Gut elf Millionen Euro wird die Wohnungsgenossenschaft in das neue Oschersleber Wohnquartier investieren. Das nennt Sachsen-Anhalts Bauminister Thomas Webel (CDU) mutig. „Es gehört Mut dazu, in die Verantwortung zu gehen und neuen Wohnraum zu schaffen, der mit barrierenfreien Zugängen vor allem dem demographischen Wandel gerecht wird“, so der Minister.

Für die Übergabe des Hauses C hatten die „Neues Leben“ Vorstandschefs Ronny Röper und Grit Röhrborn eigens einen großen Schlüssel für die offizielle Übergabe an die Mieter anfertigen lassen.

Mieter teilweise schon eingezogen

Die Mieter sind zum Teil schon eingezogen oder warten in ihren alten Wohnungen auf die Umzugswagen. Einige von ihnen waren bereits Mieter der Wohnungsgenossenschaft, andere wiederum haben ihre Häuser im Umland, in Hadmersleben, Wanzleben oder Langenweddingen, verkauft, weil sie das Grundstück nicht mehr allein bewirtschaften können, weil der Alltag in Häusern mit Treppen, also weder barrierearm noch barrierefrei, nicht mehr gemeistert werden kann.

Alle 15 Wohnungen sind im Übrigen vergeben. Am Tag der Hausübergabe gab es reichlich Gelegenheit, sich in den schicken vier Wänden umzuschauen. In einem Jahr soll es wieder ein Stelldichein in der Straße Neues Leben geben: Dann soll Stadtvilla Nummer 2 übergeben werden.