Gröningen l Vertreter von vier Unternehmen waren angereist, um in Workshops über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Möglich wurde dies über das sogenannte „Regionale Übergangsmanagement“ (Rümsa), ein Förderprogramm des Sozialministeriums des Landes Sachsen-Anhalt, das aus dem Europäischen Sozialfonds umgesetzt wird. „Jungen Menschen soll der Berufseinstieg erleichtert werden, indem die vielfältigen Angebote des Jugendamtes, des Jobcenters, der Arbeitsagentur, der Schulen sowie weiterer Einrichtungen stärker aufeinander abgestimmt werden“, erklärte Monika Ilse, die Rümsa-Projektleiterin für die Rahn-Education-Gruppe, die wiederum die Trägerin der Freien Sekundarschule in Gröningen ist. Durch Rümsa erhielten junge Menschen leicht und unkompliziert Zugang zu Möglichkeiten und Chancen auf dem regionalen Arbeitsmarkt.

Die regionalen Unterstützungsangebote würden kreisübergreifend unter dem Dach der zentralen Koordinierungsstelle gebündelt und mit regionalen Partnern weiterentwickelt. Öffentliche und freie Träger sowie Schulen und Betriebe sollen dabei miteinander vernetzt werden und unmittelbar mitgestalten können.

Projekt läuft 34 Monate lang

Hinter dem Projekt der praxisorientierten Berufswahl steht ein Trägerverband mit fünf Säulen. Dazu gehören die Rahn Education aus Gröningen, die Nestor Bildungsinstitut GmbH, das VHS Bildungswerk in Oschersleben, der Landkreis Börde und die Euroschulen aus Haldensleben. Am 1. Dezember 2018 war mit dem Rümsa-Projekt gestartet worden. Es läuft insgesamt 34 Monate lang. Über 500 Schüler sollen davon profitieren.

Bilder

Einen der vier praxisorientierten Workshops gestalteten Mitarbeiter der „Lothar Joh Elektrotechnik“ GmbH aus Oschersleben. Das Unternehmen bildet zum Elektroniker oder zum Gebäudetechniker für Energielektronik aus. Zunächst wurde mit den Schülern ein einfacher Stromkreis aufgebaut. „Ich finde das ganz gut, weil man so Einblicke in die verschiedenen Berufe bekommt“, sagte der 14-jährige Andy Rose aus Kroppenstedt. Dennoch habe er sich bereits festgelegt: So möchte der Sekundarschüler später in die Fußstapfen seines Großvaters und seines Vaters treten und in der Bestattungsbranche arbeiten.

Ein zweiter Workshop wurde von der OC-Hydraulik und Industriehandels-GmbH beziehungsweise der ZRA Metallbau und Service GmbH aus Harbke gestaltet. Mitarbeiter Maik Reschke informierte, dass sein Unternehmen unter anderem Hydraulikanlagen plant, projektiert und fertigt. Den dritten Workshop leitete Jessica Hartmann vom Friseurstudio „Melanie Hecht“ in Oschersleben. Hier ging es praktisch zur Sache. So durften sich die Mädchen mit modernen Geräten die Haare glätten und Locken hineindrehen. Emely Wolf hat den Lockenstab gerade wieder aus der Hand gelegt. „Durch dieses Workshops können wir sehen, ob uns ein Beruf gefällt oder nicht“, lobt sie den Projekttag. Friseur wolle sie wohl eher nicht werden. „Ich würde ganz gern mit Kindern arbeiten, also vielleicht Erzieherin werden. Verkauf interessiert mich aber auch“, erklärte die 13-Jährige.

Dass sie auch in diesen Bereich reinschnuppern kann, ist der Anwesenheit des Bekleidungskonzerns Kik zu verdanken. In einem vierten Workshop nämlich erzählte Dennis Feist alles über Rabattierung, Etikettierung und Konfektionierung, wichtige Elemente bei der Arbeit eines Einzelhandelskaufmanns oder eines Verkäufers. Weitere Infos zum Rümsa-Projekt gibt es per E-Mail unter ruemsa@boerdekreis.de  sowie unter den Rufnummern 03904/7240 24 16 oder 03904/7240 24 15.