Radwege

Zu lange zu wenig passiert: Obere Aller will gegen Nichtbeachtung angehen

Mehr Tempo und Druck in Sachen Radwegebau wollen Ehrenamtliche und kommunale Amtsträger der Oberen Aller erzeugen. Im Ergebnis einer Beratung vorige Woche ist die Gründung einer Interessengemeinschaft Radwege angestrebt.

Von Ronny Schoof

Völpke - Im luftig Grünen Klassenzimmer des Verkehrsgartens Völpke trafen sich in der Vorwoche Vertreter der Gemeinden Völpke und Ummendorf zum Informationsaustausch. Ebenfalls mit am Tisch: die Initiative „Radewege für Barneberg“ (Gemeinde Hötensleben). Das sperrige Wort Landesradverkehrsnetz war das zentrale Thema der Beratung – und ebenso dessen bisweilen sperrige Umsetzung in die Praxis, die bei den kommunalen Akteuren durchaus Frustration auslöst.

Bedarf wird nicht berücksichtigt

So erklärt Ummendorfs Bürgermeister Reinhard Falke zum Anlass und Hintergrund dieses Treffens: „Das Ministerium für Bau und Verkehr hat 2020 alle Kommunen aufgerufen, ihren Bedarf an neuen und auszubauenden Radwegen zu melden. Fristgerecht haben das die Mitgliedsgemeinden der Oberen Aller getan, der ermittelte Bedarf wurde gebündelt von der Verbandsgemeinde an das Land weitergereicht. Nach einer ersten Stellungnahme des Ministeriums finden die Anmeldungen der Gemeinden allerdings vorerst keine Beachtung.“

Vom Grenzdenkmal bis zum Verwaltungssitz

Nicht zuletzt deshalb möchte die Obere Aller nun noch lauter trommeln und ihren Wünschen gegenüber dem Land mehr Nachdruck verleihen. Reinhard Falke: „Leider muss man feststellen, das 30 Jahre nach der Wende der Radwegeausbau in der Oberen Aller zu kurz gekommen ist.“ Das gelte seiner Ansicht nach generell. Im Speziellen haben die kommunalen Vertreter eine Priorität auf der Agenda: „Wir halten es für sehr wichtig, den Radwegeausbau straßenbegleitend vom Grenzdenkmal in Hötensleben bis zum Verwaltungssitz in Eilsleben zu forcieren.“

Teilzeitstelle gewünscht

Die örtlichen Kräfte und Bestrebungen, das war Quintessenz der Beratung im Verkehrsgarten, sollen nun gebündelt und verstärkt werden. Man setzt dabei auf eine noch breitere Front. „Auch weitere Ortschaften der Verbandsgemeinde haben schon signalisiert, das Anliegen zu unterstützen“, so Falke. Es werde die Gründung einer Interessengemeinschaft „Radwege“ in der Oberen Aller angestrebt. Um von amtlicher Seite mehr Rückenwind zu erhalten und zusätzlichen Schub zu erzeugen, „halten wir es auch für sinnvoll, über die Schaffung einer neuen, kompetenten Teilzeitstelle in der Verwaltung zu diskutieren. Das wäre gewiss förderlich.“

Mehr Intensität

Man werde das demnächst in die kommunalpolitischen Gremien einbringen, für die nächste Sitzung des Hauptausschusses der Verbandsgemeinde sei die Thematik bereits angemeldet. Parallel dazu habe man um einen Gespräch mit den Verantwortlichen im Verkehrsministerium gebeten, um die Gründe der Nichtbeachtung zu erfahren.

Für die Versammlungsteilnehmer im Verkehrsgarten fasst Reinhard Falke zusammen: „Wir sind uns einig, der Radwegeausbau ist überfällig, notwendig und auch zeitgemäß. Wir werden zukünftig unsere Anstrengungen dahingehend intensivieren.“