Oschersleben l Zwölf Jungen und Mädchen aus der gesamten Region haben sich am Donnerstag in der Geschäftsstelle des TAV in der Magdeburger Straße eingefunden. In den nächsten Stunden wollen sie für sich selbst abklären, ob später eine Ausbildung in dem Unternehmen für sie infrage kommt.

Vor allem die sechs Azubis, die derzeit beim TAV eine Ausbildung durchlaufen, haben sich auf den Tag vorbereitet, um den Schülern die Berufe im Unternehmen schmackhaft zu machen. So erläutert Tobias Stock - er ist im ersten Ausbildungsjahr und erlernt den Beruf einer Fachkraft für Abwassertechnik – die Struktur des heimischen Abwasserverbandes und die Ausbildungsmöglichkeiten. Neben seinem Beruf werde auch zum Industriekaufmann, zum Anlagenmechaniker sowie zum Mechatroniker ausgebildet. Auch die Voraussetzungen, die mitgebracht werden müssen, sitzen bei Tobias Stock „wie aus dem FF“.

Ausbildungsplätze gefragt

Für seine dreijährige Ausbildung beispielsweise seien ein Realschulabschluss zwingend notwendig sowie gute Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern. Außerdem sollten Bewerber körperliche Belastung aushalten können, technisches Verständnis mitbringen sowie handwerkliches Geschicklich und Verantwortungsbewusstsein.

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Eingesetzt werden die Fachkräfte für Abwassertechnik in Kläranlagen, Pumpwerken und Kanalnetzen des TAV. Dabei bedienen, überwachen und installieren die ausgebildeten Experten technische Systeme für die Abwasserentsorgung. Auch elektrotechnische Arbeiten sowie Arbeiten im Labor fallen immer wieder an. Wem das Arbeiten mit Abwasser nicht liegt, kann auch Mechatroniker oder Industriekaufmann werden.

Arbeitsweise der Kläranlage

Im Anschluss an die Ausführungen geht es in die Gruppenarbeit. In Gruppe 1 erklärt Azubi Jonas Waldt den Acht- bis Zehntklässlern anhand eines Modells die Wirkungsweise einer Kläranlage. Er ist in seinem letzten Lehrjahr und erlernt ebenfalls den Beruf einer Fachkraft für Abwassertechnik. Ganz sicher führt er denn auch die interessierten Schüler „durch“ das Modell.

Tristan Miercke aus Schwaneberg ist einer der Interessierten, die im Rahmen des Zukunftstages beim TAV reinschnuppern. „Ich kann mir tatsächlich vorstellen, hier einmal als Mechatroniker zu arbeiten“, sagt der 15-jährige. Sein Interesse liege sowieso im Basteln mit Elektronik.

Was gehört nicht in die Toilette?

Pascal Zabel erlernt derzeit den Beruf eines Mechatronikers. Er kennt sich aus mit Schaltkreisen und Zylindersteuerungen. So erläutert er den interessierten Mädchen und Jungen in der Gruppe 2 den Aufbau eines „Handhabungsgerätes“ mit einer digitalen Steuereinheit.

In Gruppe 3 führt Azubi Lukas Thiem an einem Modell vor, was auf gar keinen Fall in die Toilette gehört. Die anwesenden Mädchen und Jungen raten dabei kräftig mit. „Dieses Modell haben unsere Azubis vor einigen Jahren gebaut. Das kann überall hin mitgenommen werden und erklärt wunderbar, was nicht in das Abwassersystem gehört und warum“, erzählt unter dessen Annette Wisweh, verantwortlich für Personalwesen beim TAV.

Viel Aufwand für Azubi-Gewinnung

Für sie lohne sich der hohe Einsatz des heutigen Zukunftstages. „Wir haben noch nie eine Stelle nicht besetzt, betreiben aber auch viel Aufwand“, sagt die Mitarbeiterin. So nehme der TAV an regionalen Berufsmessen teil und engagiere sich im Arbeitskreis „Schule - Wirtschaft“, der Schulen, Unternehmen und Behörden der Region an einen Tisch bringt, um künftige Azubis für eine Lehre in der Nähe zu begeistern. Nicht selten komme es aber auch vor, das TAV-Azubis ihre Freunde für eine Ausbildung im Unternehmen überreden. So seien am 17. Dezember vergangenen Jahres erst wieder drei Ausbildungsverträge geschlossen worden. „Allerdings hatten wir auch 14 Bewerber“, stellt Wisweh klar und ergänzt: „Wir sind stolz darauf, mit sehr engagierten Azubis arbeiten zu dürfen.“

Im Anschluss an die Gruppenarbeit geht es auf den Hof des Verbandes in der Magdeburger Straße. Hier schauen sich die Schüler das Labor an oder schauen einem Industriekaufmann über die Schulter. Danach geht es raus auf die Kläranlage. Hier erfahren die Mädchen und Jungen hautnah, wie es sich so arbeitet – und das es hier gar nicht so stinkt, wie erst angenommen.