Alikendorf l Der „Klang“ der S 50 klingt wie Musik in den Ohren, über Generationen hinweg. Das kann Sebastian Specht nur bestätigen. Gemeinsam mit Marcel Töpperwien ist er zum Simson-Treffen gekommen. Von seinem Jugendweihe-Geld hat sich Sebastian eine S 51 Enduro gekauft. Sein Vater hat auch schon eine S 50 gefahren.

So ist es eben kein Wunder, dass auch beim 14. Simson-Treffen junge wie ältere Fans der Marke Simson Suhl zusammen stehen, sich austauschen, die getunten Mopeds bestaunen. Simson-Fahrer sind echte Tüftler. Das müssen sie wohl auch sein, denn die Fahrzeuge, ob nun Star, Sperber, Schwalbe, oder Spatz haben in der Regel mehr Jahre auf dem Buckel als die heutigen Besitzer. Heimlicher Start der Simson-Treffen sind wohl die S 50 oder S 51. Aber beim Treffen in Alikendorf sind nicht nur Zweiräder anzutreffen. Irgendwie gehören die Trabbis dazu. Mit diesem und mit einer MZ ES 150, stolze 50 Jahre alt, ist Kevin Staar mit Vater Thomas Zimmermann aus Gardelegen angereist. Die MZ, älteres Baujahr als der Papa, stand bei einem älteren Herren bei Hamburg im Schuppen und moderte vor sich hin. Die Zweiradfans haben das gute Stück wieder flott gemacht. Seit fünf Jahren kommen sie zum Simson-Treffen.

Eine „Mini S 50“ ließ Frank-Ulrich Lehmann aus Bottmersdorf unter seinen geschickten Händen entstehen. Ein echtes Sammelsurium hat er verbaut. Die Schutzbleche stammen von der S 50, sind aber gekürzt. Teile vom SR 2 sind zu finden, der Tank stammt von einem Spatz. „Die Sitzbank ist Marke Eigenbau“, erzählt der Bottmersdorfer.

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Erstes Treffen vor 14 Jahren

Vor 14 Jahren kamen einige junge Leute, und hier sind vor allem René Frehde und Michael Lehmann zu nennen, auf die Idee, ein Simson-Treffen zu organisieren. Der Erfolg dieser Treffen sorgte dafür, dass inzwischen am vergangenen Wochenende das 14. Treffen stattfand. Weit über die Börde hinaus ist das Treffen bekannt, trudeln die Fans aus der Altmark, selbst aus anderen Bundesländern ein. „Ja, wir haben immer noch einen guten Zuwachs, etwa 450 Leute sind dieses Mal dabei“, berichtet René Frehde. Aus dem losen Zusammenschluss der Simson-Fans ist inzwischen der Verein „Simson Team Bode“ hervorgegangen .

Wenn René Frehde von rund 450 Teilnehmern spricht, dann ist es also kein Wunder , dass auffällig viele Simson-Fahrzeuge in der Börde gesichtet wurden. Denn eine Ausfahrt gehörte auch in diesem Jahr zum Programm des Simson-Treffens. Pokale wurden in neun Kategorien verliehen. Das schönste Fahrzeug konnte sich einen solchen sichern, für das hässlichste Fahrzeug gab es im Übrigen eine Klobürste. Bewertet wurden ebenso der beste Umbau, der schönste Oldtimer. Entlang der Hauptstraße des Dorfes fand wiederum ein Sprintrennen statt. Ein Ersatzteilemarkt für die betagten „Simis“ war gefragt.

Die jüngsten Besucher kamen ebenso auf ihre Kosten, tobten sich auf einer Hüpfburg aus. Schließlich sind aus den jugendlichen Simson-Fans inzwischen auch gestandene Familienväter geworden. Ein Mini-Pool sorgte für die nötigen Erfrischungen an diesem heißen Wochenende.