Unterschriftenaktion verläuft erfolgreich

2000 Mal Ja für ein friedliches Seehausen

Rund 2000 Bürger unterzeichneten angesichts der neuen Proteste gegen den Autobahnbau einen Aufruf der Verbandsgemeinde Seehausen, in dem sie sich unter anderem die „ideologischen Auseinandersetzungen auf dem Rücken der Region“ verbitten.

Von Ralf Franke
Die Unterschriftenaktion für ein friedliches Seehausen war mit rund 2000 Stimmen offenbar ziemlich erfolgreich.
Die Unterschriftenaktion für ein friedliches Seehausen war mit rund 2000 Stimmen offenbar ziemlich erfolgreich. Foto: R. Franke

Seehausen - Vor fünf Wochen starteten Mitglieder des Verbandsgemeinderates Seehausen nach diversen Vorfällen bei den Autobahngegnern im Losser Wald oder am Seehäuser Bahnhof kurzfristig eine Unterschriftenaktion. Im Begleitschreiben werden zum Beispiel ein Verzicht auf Gewalt und eine Rückkehr zum normalen Meinungsaustausch ebenso gefordert wie ein Nein zu rechtsfreien Räumen. Es wird kein Vergleich zwischen rechts- oder linksorientierten Worten und Taten aufgemacht. Es wird auch kein Votum für oder gegen die geplante A 14 eingefordert.

Mit diesem Anliegen trafen die Initiatoren um Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) offenbar bei vielen Bewohnern den berühmten Nerv. Bis gestern Mittag trudelten Listen mit 1996 Unterschriften im Rathaus ein. Einige Blätter seien noch unterwegs, so Kloth, der sich sicher ist, die 2000er-Marke zu knacken. Angesichts der Kurzfristigkeit der Aktion, der Urlaubssaison und vergleichsweise wenig Eigenwerbung für die Aktion hält Kloth das für ein sehr gutes Ergebnis. Zumal es „nur“ um ein Stimmungsbild und nicht um ein Referendum ging.

Der allergrößte Teil der Unterzeichnenden stammt aus Seehausen und Umgebung. Es gibt aber auch über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinaus einige Bürger, die sich mit den Seehäusern solidarisch erklärten. Besonders beeindruckt war Rüdiger Kloth vom Stadtrat Arendsee, der sich am 12. Juli sogar per Beschluss einstimmig hinter das Anliegen aus Seehausen stellte. Aber auch sonst dankt der Verbandsgemeindebürgermeister allen, die unterzeichnet, die Listen in Eigeninitiative aus dem Internet heruntergeladen oder vervielfältigt haben, um sie bei sich auszulegen und zurückzusenden.

Zumindest mündlich hatte Kloth seit dem 30. Juni immer wieder viel Zuspruch für die Aktion bekommen. Es gab aber auch den Fall, dass eine wütende Autobahn-Gegnerin im Seehäuser Rathaus ein Ende der Sammlung forderte und vor Kloths Augen eine Liste zerriss – vermutlich, ohne den Begleittext gelesen oder verstanden zu haben.