Iden l Mit ihrer Unterschrift besiegelten die Verantwortlichen von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag den entsprechenden Vertrag, der auch in den kommenden Jahren die seit Beginn der 90er Jahre begonnene und erfolgreiche Kooperation bei der Ausbildung von Azubis fortsetzen soll. Sachsen-Anhalts Staatssekretär Dr. Ralf Weber aus dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, Brandenburgs Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde und Marion Zinke, Abteilungsleiterin beim Landwirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern, unterzeichneten das Papier in Iden.

Auch wenn die Zusammenarbeit seitens der beteiligten drei Bundesländer nie in Frage gestellt worden ist, ist die Idener Landesanstalt über den neuen Vertrag froh. „Wir haben nun Planungs- und Rechtssicherheit“, sagte Dr. Gerd Heckenberger, Leiter des Idener Zentrums für Tierhaltung und Technik der LLG. „So etwas ist Gold wert.“ Der Vertrag basiert auf einer Laufzeit von 25 Jahren. Und hätte auch Auswirkungen auf die für den Idener Standort in Betracht gezogenen Vorhaben. Die Milchviehanlage solle nach den Plänen der Landesanstalt erneuert, die Lehrwerkstatt Schwein erweitert werden. Dass so ein Signal mit der fortgesetzten und langfristig geplanten Kooperation auch für das Akquirieren von Fördergeldern ein Vorteil sei, wissen die Verantwortlichen bei der LLG, die hoffen, dass ihre Pläne nicht in der Schublade bleiben und dementsprechend realisiert werden.

Die überbetriebliche Ausbildung besitzt in Iden einen hohen Stellenwert. In der Wische werden Landwirte, Tierwirte für Rinderhaltung, für Schweinehaltung, für Schäferei und Fachkräfte Agrarservice ausgebildet. Und das jede Woche. Die jungen Frauen und Männer finden optimale Bedingungen vor, um praxisnah auf ihren späteren Beruf vorbereitet zu werden. Sie reisen beispielsweise aus der Uckermark, dem nordöstlichen Teil Brandenburgs, aus der Ostsee-Region oder aus dem Süden Sachsen-Anhalts an. „Es ist ein bunter Mix aus allen drei Bundesländern“, sagt Birgit Gamperle, Leiterin des Lehramtes in Iden, die auch sämtliche Pläne mit den Auszubildenden des ersten, zweiten oder dritten Lehrjahres erstellt und sich dabei auch mit den drei Bundesländern abstimmt.

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Vertragsunterzeichnung

Das wird bereits so seit Beginn der 90er Jahre praktiziert. Lehrlinge aus den Bereichen der Landwirtschaft aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nutzen den Idener Standort ebenso wie die Azubis aus unserem Bundesland zur praktischen Ausbildung. Bisher gab es indes nur bilaterale Einigungen, so dass in dieser Woche erstmals die Verantwortlichen aller drei Bundesländer an einem Tisch zusammenkamen. Mit der Vertragsunterzeichnung herrscht auch eindeutige Klarheit darüber, dass die geschaffenen Kapazitäten durch die Lehrlänge weiter ausgelastet werden. Rund 1900 Teilnehmer absolvieren jährlich die wöchentlichen Lehrgänge, weist die Statistik der Landesanstalt auf, wobei der eine oder andere auch zweimal innerhalb von 365 Tagen in der Altmark sein Wissen erweitert.

Anreisetag ist der Sonntag. „Dann werden die jungen Leute von der Pädagogischen Mitarbeiterin in Empfang genommen.“ Das Lehrlingswohnheim befindet sich direkt auf dem Areal der LLG in Nachbarschaft der Lehrwerkstätten. Auch wenn der Idener Standort aus Sicht der drei Bundesländer als relativ zentraler Punkt angesehen wird, stellt der fehlende Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gerade am Wochenende ein kleines Problem für die mit dem Zug anreisende Azubis-Schar dar. „Wir holen sie dann mit dem Sammeltaxi aus Stendal ab“, informiert Birgit Gamperle.

Sie zieht ein positives Fazit der Ausbildung. Die deutliche Mehrheit der jungen Auszubildenden ist motiviert – und will später als Landwirt oder Tierwirt ihre Brötchen verdienen. Die Idener Verantwortlichen sind jedenfalls bestens auf die überbetriebliche Ausbildung an ihrem Standort gewappnet.