Arneburg l „Es sind wirklich satte Farben“, spielte Galeristin Adelheid Johanna Preß auf den Titel der neuen Ausstellung der Arneburger „Kleinsten Galerie“ an: Heidi Lasch präsentiert „Satte Farben - zarte Linien“. Die vier großformatigen und bunten Bilder auf der einen Seite prägen den Ausstellungsraum, der zur Vernissage am Mittwochabend gut gefüllt war. Es ist die letzte Ausstellung des Arneburger Kultur- und Heimatvereins in diesem Jahr. Die insgesamt 244.

Auf die Frage, wann Heidi Lasch, 1954 in Mittweida geboren, mit der Kunst sozusagen in Berührung kam, deutete sie mit ihrer rechten Hand ihre damalige Größe an: Vom Fußboden vielleicht ein guter Meter. Lasch löste anschließend auf: „Noch vor der Schulzeit habe ich anstatt zu spielen gemalt. Mit Buntstiften gekritzelt. Und das mache ich heute noch“, sagte die sympathische Künstlerin, die in Schönwalde-Glien (Landkreis Havelland) wohnt. Mindestens eine künstlerische Ader wurde ihr in die Wiege gelegt. Ein Großvater war Musikclown, der „auch fantastisch zeichnen konnte“. Ihr Bruder trat in die selben Fußstapfen, verdient seine Brötchen als Puppenspieler und Clown Locci, der einen großen Bekanntheitsgrad hätte.

Episoden aus ihrem Berufsleben brachte die Künstlerin, die von 1976 bis 1978 an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg studierte, am Abend zu Gehör. Sie durfte allerdings nicht zu Ende studieren. Sie solidarisierte mit dem Schauspieler Manfred Krug, der 1977 einen Ausreiseantrag stellte. Und somit war für sie das Studium beendet. Es folgte eine Anstellung als Film-assistentin. Eine Zeit, an der Heidi Lasch gern zurückdenkt. „Es waren wunderschöne Zeiten.“ Unter anderem drehte sie einen Werbefilm über den damals in der DDR hergestellten Kakao „Combo“. „Aber der ließ sich in der Milch schlecht verrühren. Deshalb bin ich in den Intershop nach Schönefeld und habe Kaba geholt.“ Im Film war somit das West-Produkt zu sehen... Auch beim Drehen von „Gesundheitsfilmen“ war sie damals dabei, unter anderem bei einer OP am offenen Herzen.

Bilder

Nach dem Fall der Mauer arbeitete sie unter anderem als Schrift- und Grafikmalermeisterin. „Damals habe ich einige Spuren am Berliner Alex hinterlassen.“ Das Malen war stets ihr liebstes Hobby. Und so entschied sie sich, ab 1997 ein Studium der Malerei und Grafik zu absolvieren. Bei Prof. Bruno Konrad, der bei Dresden wohnte, und bei zwei chinesischen Professoren hätte Heidi Lasch sehr viel gelernt. Speziell die Informelle Kunst hätte ihr zugesagt. „Das sind Bilder aus dem Bauch heraus“, wie sie ergänzte.

„Ich bin kreativ.“ Die Künstlerin, die sich für das 100 DM-Begrüßungsgeld nach der Wende eine Kiste voller schöner Buntstifte gekauft hat, hebt vieles auf, besitzt nach eigenen Angaben ein ganzes Sammelsurium unterm Dach ihres Hauses in Grünefeld, einem Ortsteil von Schönwalde. So wird eine von ihr damals getragene Korsage Bestandteil eines Landschaftsbildes. Oder sie experimentiert mit Teer, der ebenfalls Bilder prägt und die Zerstörung der Natur auf der Oberfläche des Bildes darstellen soll - schließlich gebe es viele Landschaften, die von Menschenhand zerstört werden, wie sie betont. Auch deshalb ist sie „Verfechterin von Greta“. Das Engagement der schwedischen Klimaschutzaktivistin beeindrucke sie.

„Spuren nach Unwetter“, „Sommertag“, „Ufer im Winter“ oder „Weg im Mondschein“ taufte Heidi Lasch ihre Bilder, die bis Anfang Januar zu den Öffnungszeiten des „Goldenen Anker“ in Augenschein genommen werden können.

Bevor sich Adelheid Johanna Preß für das nette Gespräch und die neue Kunst der „Kleinsten Galerie“ mit einem Blumenstrauß bedankte, wollte der Potsdamer Gunnar Porikys, der zuvor seine Kunst in Arneburg ausstellte und zu den Besuchern des Abends zählte, wissen, wie sie zum „Adelstitel“ gekommen sei. Denn Heidi Lasch nennt sich auch Lasch zu Grünefeld. Die Nachfrage bei „Google“ im weltweiten Netz hätte einfach zu viele Heidi Laschs ergeben. Zusammen mit einer Freundin kamen beide dann auf den neuen Namen, der zudem den Wohnort von Heidi Lasch, die auch Musik und Fotografie liebt und gute Freundschaften für das Wichtigste im Leben hält, bekannter machte.