Görlitz l Eigentlich fehlten Werner Eifrig auch gestern noch die Worte. Weil er sich so freut, aber auch, weil das um den Denkmalpreis gestrickte Kulturprogramm noch gar nicht beendet war, er für ein Telefongespräch nur wenig Zeit hatte. Als der erste Vorsitzende des AWA kurz seine Eindrücke schilderte, waren er und weitere AWA-Mitglieder gerade in Bautzen. „Hier haben wir uns die Kirche angeschaut, sie ist evangelisch und katholisch in einem, das ist einmalig“, so der Werbener. Bautzen aber war eine Zugabe. Im Görlitzer Gerhard-Hauptmann-Theater ging vorher über die Bühne, was die Werbener so stolz macht: Anlässlich des Jahrestages des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz wurde ihnen von selbigem der Deutsche Preis für Denkmalschutz 2016 in Form einer Silbernen Halbkugel übergeben. Eingeladen hatten der Sächsische Staatsminister des Innern, Markus Ulbig, der Oberbürgermeister von Görlitz, Siegfried Deineige, und mit Dr. Martina Münch auch die Kulturministerin von Brandenburg. Eine hoch angebundene Veranstaltung also, die für die Preisträger aus Werben – es gab noch wenige weitere – auch eine Überraschung bereithielt. Anwesend war nämlich auch Wolfgang Tacke. Nicht als AWA-Mitglied oder Bürgermeisterkandidat für Werben, sondern als zuständiger Referatsleiter für Baukultur und Städtebau aus dem Finanzministerium Sachsen-Anhalt.

Der AWA erhält den Preis „für seinen engagierten Einsatz zur Bewahrung der kleinsten Hansestadt der Welt“. Der Verein unterstützt seit Jahren die Instandsetzung und den Wiederaufbau von Bau- und Kulturdenkmälern in Werben und bemühe sich, „die vom demografischen Wandel gezeichnete Stadt zu revitalisieren“. Der Arbeitskreis berät Hauseigentümer bei ihren Anstrengungen zum Erhalt der denkmalgeschützen Bausubstanz, betreibt auch durch die Biedermeier-Märkte eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, sei unterm Strich eine große Unterstützung für die amtliche Denkmalpflege.

Der AWA erhielt den Preis auf Empfehlung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (und nach Auswahl eines 45-köpfigen Komitees). „Er ist eine große Ehre für uns. Und Aufforderung, weiterzumachen“, so Eifrig. Mit so vielen Leuten in Kontakt zu kommen, die sich in der Denkmalpflege richtig auskennen, habe er in Görlitz als großes Glück empfunden.

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