Osterburg l Der kreisliche Wettbewerb führte am Montag die Jury um Gartenfreunde-Kreisvorsitzenden Manfred Meckel nach Osterburg. Und das Quartett begutachtete akribisch die Gärten. Wie sieht die kleingärtnerische Nutzung aus? Auch Fragen des Umweltschutzes wird große Bedeutung beigemessen: Sind Feuchtbiotope vorhanden? Wie erfolgt die Nutzung des Regenwassers? Wird sachgerecht kompostiert? Wurden sogar Insektenhotels berücksichtigt? „Das A und O ist jedoch der allgemeine Pflegezustand“, sagt Bernd Neu, ein Mitglied der Kommission.

Mit Listen begaben sich Paul Heim, Annedore Schulze, Dieter Knofflock und Neu durch die Anlagen, notierten hier und da die bemerkten Mängel, um sich nach der Besichtigungsrunde über die Gesamtpunktzahl zu verständigen. Schon nach einigen Metern in der Kleingartenanlage „Aufbau“ nahe der Radieschenbar ein Punkteverlust: Die Informationstafel mit dem Lageplan, auch wichtig für die Rettungskräfte, macht nicht den saubersten Eindruck. „Einmal mit dem Lappen rüber hätte genügt“, so die Dame der Wettbewerbskommission.

„Aufbau“ ist mit insgesamt 348 Parzellen die größte kleingärtnerische Anlage im Landkreis. Deshalb seien die Problemfelder auch etwas größer als bei den meisten anderen Vereinen. Vorsitzende Ute Pahl kann davon ein Lied singen... Viele Hobbygärtner besitzen einen Zweitgarten, um die Leerstandsquote zu dezimieren und somit das gute Gesamtbild von „Aufbau“ beizubehalten. 45 Gärten sind unbenutzt, stehen leer. Nicht nur ein Problem in der Biesestadt. „Das ist im ganzen Landkreis leider so“, bilanziert Manfred Meckel, der Chef des Kreisverbandes der Gartenfreunde. Allerdings erachtet er es für sinnvoll, wenn die Kommune dem größten Kleingartenverein unter die Arme greift. „Um den Bestand der Gärten zu reduzieren.“ Unter anderem denkt er an von der Stadt gestellte Container für die Müllentsorgung. Meckel könne sich vorstellen, dass in zehn, 15 Jahren rund 50 Prozent in den Anlagen leer stehen.

„Zur Erholung“ mit beachtlichem

Rund zweieinhalb Stunden nahm sich  die Kommission für die „Aufbau“-Parzellen Zeit. „Den Rasen hätte man mähen können“, blickt Paul Heim auf eine Fläche hinterm Zaun. Kurz danach ein akkurat gepflegter Bereich. „Hier gibt es nichts auszusetzen“, registriert Bernd Neu. Beide nehmen auch den Anbau ins Visier, machen sich Notizen. Nach der Tour ziehen die Verantwortlichen ein Resümee. Von 190 möglichen Punkten erreicht „Aufbau“ 162. Ute Pahl ist nicht unzufrieden. Für ganz vorne wird es nicht langen, aber für einen guten Mittelfeldplatz.

Den Start vollzog die Wettbewerbskommission am Montag bei der Anlage „Zur Erholung“ (Stendaler Chaussee). Der Verein könne sich berechtigte Hoffnungen auf einen Spitzenplatz machen. Die Jury hatte nicht viel zu kritisieren, vergab der Anlage mit ihren 138 Parzellen 184 Punkte. Nur sechs fehlten an der Maximalausbeute – ein beachtliches Ergebnis. Anschließend waren zwei kleinere Anlagen in der Biesestadt an der Reihe. Erst die „Abendsonne“ mit ihren 90 Parzellen. Der Verein verbuchte für den Kreis-Wettbewerb 161 Punkte. Die Kleingärtner von „Immergrün“ strichen 147 ein.

Nach der Besichtigung der vier Anlagen an der Biese ging es für die Kreis-Riege noch nach Kläden (bei Stendal). Noch bis zum 26. Juni ist die Kommission in den Anlagen des Landkreises unterwegs, um diese zu bewerten. Die Bewertung erfolgt in drei Kategorien. Und zwar in der Kategorie bis 40 Gärten, bis 90 und über 90 Gärten.