Osterburg l Es fehlte eigentlich nur noch die Unterschrift unter dem Mietvertrag, doch dabei wird es auch bleiben. „Wir werden das ,Biesecafe‘ nicht von der Stadt mieten“, stellt OCG-Vereinschef Dennis Kathke gegenüber der Volksstimme klar. Für diese Wendung gibt es nach Kathkes Angaben einen wesentlichen Grund. Schlicht und einfach habe sich der Anlass erledigt, warum sich die Faschingsmacher von ihrem bisherigen Übungsdomizil, der Sporthalle des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums, verabschieden wollten.

Denn die Information aus dem Stendaler Landratsamt, dass der Verein zukünftig monatlich 644 Euro für die Nutzung der Sporthalle an den Landkreis überweisen soll, ist mittlerweile aus der Welt. „Wir haben mit dem Landkreis vereinbaren können, dass wir die Sporthalle vorerst bis Ende 2022 wie gehabt nutzen, ohne eine Miete zahlen zu müssen“, berichtete Kathke. Damit sei die Notwendigkeit, ein neues Domizil zu finden, zumindest für 2021 nicht mehr gegeben. Zumal die Übernahme des „Biesecafés“ nicht umsonst gewesen wäre. Die Einheitsgemeinde als Eigentümerin der an das Biesebad grenzenden Immobilie habe eine Miet-Forderung „von etwas mehr als 3000 Euro im Jahr“ aufgemacht. „Diesen Betrag können wir uns als Verein nicht leisten. Und mit der Möglichkeit, nun doch weiterhin die Sporthalle des Gymnasiums nutzen zu können, ist dieser Betrag erst recht nicht mehr darstellbar“, erklärte der OCG-Vorsitzende.

Die Faschingsmacher nehmen Abstand von der Übernahme des „Biesecafés“, damit sei selbstredend auch die Zusage der Karnevalisten hinfällig, das Grundstück an der Nordpromenade zu pflegen. Nun steht das bis zum Jahreswechsel 2019/20 als Lokal betriebene Objekt weiterhin leer.

Bilder

Allerdings dürfte die Kommune auch Interesse daran haben, Gebäude und Fläche zumindest für einen befristeten Zeitraum an einen Interessenten zu vermieten. Das machte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) schon im Frühherbst deutlich, als mehrere Stadtpolitiker und Kulturausschussmitglieder die sich damals anbahnende Vergabe des „Biesecafés“ an die OCG kritisierten, weil der Stadtrat in diese Entscheidung nicht einbezogen wurde.

Schulz hatte betont, dass die Faschingsmacher selbst mit der Anfrage auf die Kommune zugegangen seien. Wenn irgendein anderer Kulturschaffender, Verein oder anderer Interessent ein Auge auf das Objekt geworfen habe, solle er sich melden. Dann könne man über alles reden, so der Osterburger Bürgermeister. Klar ist aber auch, dass die Einheitsgemeinde die Immobilie nur vor­übergehend abgeben möchte, langfristig verfolgt sie mit dem früheren „Biesecafé“ ihre eigenen Ziele. Die Kommune will zwischen dem einstigen Lokal und der Seehäuser Straße eigene Pläne von einer Caravan-Stellfläche in die Tat umsetzen und hat dafür bereits das Gros der notwendigen Grundstücke erworben. Entsteht die Caravan-Stellfläche, soll das „Biesecafé“ zu einem Sozialgebäude für die Rastgelegenheit umgebaut werden.