Rossau l Als um 12.37 Uhr die Sirene einsetzte und die Rossauer Brandbekämpfer zum Feuer vor ihrer Haustür eilten, „war uns beim Anblick der bis zu drei Meter hohen Flammen von Anfang an klar, dass auf diesem Feld nichts mehr zu retten ist. Also hatte sofort Priorität, ein Übergreifen des Feuers auf einen angrenzenden Wald sowie das auf der anderen Seite des Osterburger Weges gelegene Getreidefeld zu verhindern,“ sagte Rossaus Ortswehrleiter Enrico Brun.

Die gleichauf mit den Rossauern alarmierte Wehr aus Osterburg forderte angesichts der schon von der Stadt aus sichtbaren Rauchwolke noch während der Anfahrt weitere Kräfte an. Insgesamt seien schließlich 74 Kameraden aus zehn Wehren (Rossau, Gladigau, Schmersau, Flessau, Lückstedt, Bretsch, Erxleben, Meseberg, Osterburg und Seehausen) an den Löscharbeiten beteiligt gewesen, fasste Einheitsgemeinde-Wehrleiter Sven Engel zusammen.

Schaulustige stören

Die Feuerwehrkräfte wurden zudem tatkräftig von Landwirten unterstützt, „auch aus der Nachbar-Verbandsgemeinde Seehausen sind sie uns mit Wasserwagen und Scheibeneggen zu Hilfe geeilt. Manche haben dafür sogar eigene Erntearbeiten unterbrochen“, erzählte Enrico Brun. Gemeinsam sei es gelungen, die nördliche Seite des Osterburger Weges und den Wald vor dem Feuer zu bewahren. Zum Schutz des Waldes habe zudem beigetragen, „dass die Landwirte zu Beginn ihrer Mäharbeiten einen Bereich am Waldrand umgepflügt haben. Das zahlte sich aus. Hätte der Brand den Wald erreicht, wäre es zu einer Katastrophe gekommen“, machte Engel deutlich.

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Für eine stabile Versorgung mit Löschwasser bauten die Rossauer eine 350 Meter lange Schlauchstrecke von einer Entnahmestelle an der Biese bis hin zu einer Koppel auf, die zur „Versorgungsstation“ und damit quasi „Wassertankstelle“ für die Feuerwehrfahrzeuge umfunktioniert wurde. „Das hat prima geklappt“, resümierte Brun.

Als sehr störend empfanden die Rossauer dagegen Schaulustige, die zum Teil sogar das Vorankommen der Einsatzfahrzeuge auf dem eher schmalen Osterburger Weg erschwerten. „Dabei gefährden sie sich sogar noch selbst“, so Einheitsgemeinde-Wehrleiter Sven Engel, der dieses Problem zukünftig und in Abstimmung mit der Polizei energischer angehen will. „Und wer unbedingt mitten drin sein möchte, kann gern bei uns mitmachen. Die Türen und Tore der Feuerwehren stehen weit offen“, so Sven Engel.

Mit Blick auf den um 15.35 Uhr beendeten Löscheinsatz bescheinigte der Einheitsgemeinde-Wehrleiter allen Beteiligten eine „fantastische Arbeit. Dafür auch im Namen unseres Einheitsgemeinde-Bürgermeisters Nico Schulz ein großes Dankeschön an die Landwirte und Feuerwehrleute.“ Eine weitere Anerkennung fanden die Rossauer Kameraden bei ihrer Rückkehr ins Gerätehaus vor. „Danke! Spende für Einsatzgetränke. Ihr seid sauwichtig“ hatte jemand auf einen Zettel geschrieben und ihm einen Geldschein beigefügt, freute sich Ortswehrleiter Enrico Brun über das anonyme Dankeschön.

Weiter Brände bei Arneburg

Feuerwehrleute aus Rindtorf, Lindtorf, Hassel, Baben, Arneburg und Stendal rückten am Sonnabend gegen 17.30 Uhr zu einem Feldbrand in der Gemarkung Lindtorf aus. Ein Mähdrescherfahrer hatte während Mäharbeiten bemerkt, dass es hinter ihm brannte. Nach Polizeiangaben breitete sich das Feuer auf einer Fläche von sieben Hektar aus.

Kurz vor 18 Uhr der nächste Einsatz. In Beelitzer Wald war aus bislang ungeklärter Ursache ein etwa 1000 Quadrat­meter großes Areal in Brand geraten. Dort waren Feuerwehrkräfte aus Arneburg, Sanne, Goldbeck und Schwarzholz an den Löscharbeiten beteiligt,
zudem leistete die Milchproduktion Lindtorf mit einem 20 000-Liter-Wasserwagen Unterstützung.

Um beide Brandstellen mit Löschwasser zu versorgen, war in Arneburg eine Station aufgebaut, um die sich die Feuerwehr aus Hohenberg-Krusemark kümmerte. Dieser Brand war am kurz nach 19 Uhr gelöscht. Der Einsatz bei Rindtorf dauerte bis etwa gegen 22 Uhr.