Krüden l An der Nebenbahnstrecke von Salzwedel nach Geestgottberg gibt es einen Erfolg zu vermelden. Nein, Züge lässt die Deutsche Regional-Eisenbahn (DRE), die die 2004 von der Deutschen Bundesbahn stillgelegte Trasse gepachtet hat und eigentlich längst in Betrieb nehmen wollte, nach wie vor nicht über die alten Gleise rollen. Dafür können Fußgänger und Radfahrer inzwischen wieder den Bypass auf der alten Eisenbahnbrücke bei Krüden nutzen, um auf kürzestem Weg über den Aland zu kommen.

Dabei stand die Zukunft des Steges im vergangen Jahr noch in den Sternen. Denn die DRE sah sich für den Nebenweg an der Nebenbahn nicht in der Verantwortung, weil der mit dem Schienenverkehr auf der Brücke nichts zu tun hat. Das Bahnunternehmen, das auch beim Freischneiden der Strecke oder bei Reparatur- und Aufräumarbeiten auf ehrenamtliches Bürgerengagement setzt, hatte noch versucht, die Verbandsgemeinde Seehausen und die Gemeinde Aland dafür mit ins Boot zu bekommen, aber keine befriedigende Antwort erhalten. Im vergangenen Jahr befreiten viele Helfer bei einem erneuten Großeinsatz an der Strecke, diese Mal mit logistischer Unterstützung durch die Kommune, die Stahlkonstruktion vom Wildwuchs und von alten Brettern, um neue Laufbohlen zu verlegen. Was wiederum eine wichtige Voraussetzung war, damit eine Fachfirma marode Eichenschwellen überhaupt erst auswechseln konnte.

Ausflügler können Steg nutzen

Während es in den vergangenen Monaten kaum etwas über Aktivitäten der DRE im östlichen Abschnitt der gut 40 Kilometer langen Strecke zu hören gab und die Schienen allmählich wieder im Dornröschenschlaf zu versinken drohen, wollte sich eine Gruppe um den Vielbaumer Manfred Emme mit dem Aus für den kombinierten Fuß- und Radweg nicht abfinden und setzte den gut einen Meter breiten Steg jetzt so weit instand, dass er von Ausflüglern wieder genutzt werden kann.

Angenommen wird er schon. Zum Beispiel von Silvia und Erhard Hinspeter. Die beiden Krüdener Ruheständler sind oft mit dem Fahrrad in der Region unterwegs und freuen sich über eine alternative Route oder im Bedarfsfall eben über eine Abkürzung.

Dass die gelungene Reparatur ein guter Grund zum Feiern ist, befanden auch die Initiatoren, deren Helfer und Sponsoren von Sach- sowie Geldleistungen, die nach dem Motto „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ seit dem Frühjahr über eine Länge von rund 170 Metern etwa 900 Bohlen verlegt und verankert sowie das eiserne Geländer instand gesetzt haben. Das war eine Menge Arbeit und dazu ein organisatorischer Aufwand, um eine Vision in gemeinsamer in gemeinsamer Bürgerarbeit in die Tat umzusetzen, heißt es in einer Einladung für Sonnabend, 2. November.

Dann wollen sich insbesondere Initiatoren und deren Unterstützer 15.30 Uhr am Gemeindehaus Krüden treffen, um gemeinsam zur Alandbrücke zu fahren und das Werk begutachten. Ab 17 Uhr soll laut Einladung im Dorfgemeinschaftshaus Krüden auf den Erfolg angestoßen werden. Die DRE ist übrigens auch eingeladen. Dann hoffen alle Beteiligten, endlich mal wieder etwas neues zur Zukunft der Nebenbahnstrecke zu erfahren.