Kossebau l Seit 20 Jahren fühlt sich der gebürtige Niedersache Friedrich-Wilhelm Siedentopf in Kossebau wohl, bewirtschaftet seit 1996 einen Biolandhof. Und will nun in die Politik. „Ich habe mich schon immer für Politik interessiert. Für das, was hier in der Verbandsgemeinde läuft“, betont der 54-Jährige, der in Wunstorf bei Hannover aufwuchs. Dass der Posten des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters „keine leichte Nummer“ sei, kann sich der Wahl-Altmärker gut vorstellen. „Es ist ein verantwortungsvoller Job“, dem er sich gern stellen möchte.

Der Diplom-Agraringenieur, der Anfang der 90er Jahre auch Erfahrungen als Agrar- und Umweltreferent im niedersächsischen Landtag sammelte, knüpfte in den vergangenen Wochen, nachdem er sich zur Kandidatur entschied, Kontakt mit den Einwohnern in sämtlichen Dörfern. Und erhält nach eigenen Angaben positives Feedback – was ihn für die Wahlen optimistisch stimmt.

„Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke“, löst bei ihm das kommende 20-jährige Bestehen seiner Betriebsgründung in Kosebau Emotionen aus. Im März 1996 erwarb er den Vierseiten-Hof, kann demzufolge in Kürze auf den 20. anstoßen. Dabei entdeckte er 1992 unweit von Strasburg (Uckermark) ein Kleinod, um sich dort niederzulassen. Das Dorf mit seinen Gutshöfen eroberte auch das Herz von Friedrich-Wilhelm Siedentopf. Ein Verein gründete sich, mit dem Ziel, sämtliche Gebäude auf Vordermann zu bringen, um sie dann zu nutzen. Siedentopf übernahm Verantwortung. Als Ortsbürgermeister von Klepelshagen. Und als Projektleiter der Maßnahme „Ist unser Dorf noch zu retten?“ Allerdings ging das Gut an einen anderen Besitzer über. Und Siedentopf fand in Kossebau seine neue Heimat. Damals nahm er als Kontrolleur diverse Biobetriebe in den Fokus, beispielsweise auch im benachbarten Wendland. Und entdeckte dadurch auch die Altmark.

Friedrich-Wilhelm Siedentopf baute mit seiner Frau den Biobetrieb auf. Er engagierte sich im Gemeindekirchenrat.Und war auch Gründungsmitglied des Kossebauer Fördervereins „Wichtelhausen“. Er ist der Meinung, dass im Allgemeinen die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wächst. „Und das hat mich nach langem Überlegen dazu bewogen, mich auf kommunaler Ebene wieder politisch zu engagieren“, sagt Siedentopf.

Er würde aktiv um neue Einwohner werben. „Man muss auf junge Leute zugehen. Sie fragen, ob sie Hilfe in diversen Angelegenheiten benötigen.“ Auch beim Thema Generieren von Fördermitteln sieht er in der Verbandsgemeinde Seehausen größeren Nachholebedarf. „Die Kommunen machen das nicht mehr selbst“, so der Kossebauer. Vielmehr würden Profis engagiert, die sich in dieser Thematik bestens auskennen. Auch scheinbar banale Dinge nerven Siedentopf. Beispielsweise ein Anruf bei der Verwaltung in Seehausen – „jedesmal geht der Anrufbeantworter an“ und es dauere, bis sich ein Gesprächspartner melde. „Die Verwaltung ist ein Dienstleistungsunternehmen.“ Und eine Computerstimme gebe das Gefühl: „Ich werde nicht ernst genommen.“