Maik Levin übergab gestern im "Kanzler" ein 116 Jahre altes Bowlengefäß an Kreismuseums-Leiter Frank Hoche

Bürgermeister-Ehrengabe findet einen Platz im "Spargelraum"

Von Nico Maß

Osterburg l Ein neues Schaustück zählt seit gestern zu den Exponaten des Osterburger Kreismuseums. Dabei handelt es sich um ein Bowlengefäß, dass die Bürgermeister Hilliges (Osterburg), Cain (Seehausen) und Böthel (Werben) am 16. Juli 1897 anlässlich seines 50. Dienstjubiläums als Ehrengabe an den damaligen Arendseer Bürgermeister Friedrich Müller überreichten.

Familie Levin aus Osterburg hatte die Bowle vor zehn Jahren aus Privatbesitz erworben und gab es nun an das Museum weiter, weil sie es in der öffentlichen Einrichtung besser aufgehoben sieht als in den heimischen vier Wänden. Zur Freude von Frank Hoche, der das Geschenk gestern gern entgegenahm. "Die Bowle passt gut zu einem Pokal, der aus der gleichen Zeit stammt und August Hilliges gehörte. Der Osterburger Bürgermeister hatte ihn als Dankeschön von Arneburger Einwohnern erhalten, als er sich vom dortigen Bürgermeisteramt verabschiedete, um die gleiche Position in unserer Stadt zu bekleiden", sagte der Leiter der Museen des Landkreises Stendal.

Exponat aus einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs

Die in Neusilber eingefasste Ehrengabe an das Arendseer Stadtoberhaupt, die Hoche gestern gleich aus Levins Hotel "Zum Kanzler" mitnehmen konnte, soll zukünftig im "Spargelraum" des Kreismuseums zu sehen sein. Dieser Raum hat auch den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt in der Zeit zwischen 1871 und 1914 zum Inhalt. Entsprechend finden sich ähnliche Exponate aus der Osterburger Blütezeit, zum Beispiel Geschirr aus Lokalitäten wie dem "Goldenen Löwen" oder dem "Prinz von Preußen", im "Spargelraum" wieder.

Künftig dürfte das Zimmer sogar noch mehr Platz für entsprechende Schaustücke zur Verfügung haben. "Wir sind dabei, die bislang auf einen Raum konzentrierte Dauerausstellung Spargel- und Schulstadt Osterburg zu trennen. Beide Expositionen sollen jeweils einen eigenen Raum erhalten", kündigte Hoche an.