Seehausen l Im Laufe der vergangenen Woche erarbeiteten die Verantwortlichen im Rathaus noch eine Strategie für den Umgang mit den Folgen durch das Corona-Virus, wozu auch gehörte, die Kindertagesstätten nicht alle vorbeugend von jetzt auf gleich zu schließen. Einerseits, um das Erliegen des öffentlichen Lebens nicht zu befeuern und andererseits, um die Eltern nicht unnötig in die Bredouille zu bringen beziehungsweise Firmen wichtige Arbeitskräfte zu entziehen.

Doch dann kam die Entscheidung der Landesregierung, Schulen und Kindertagesstätten ab Montag, 16. März, bis vorerst 13. April, also bis nach Ostern, komplett zu schließen, um die Infektionskette zu durchbrechen und die Verbreitung der Viren zu verlangsamen. Landkreis und Gemeinde konnten nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren. Praktischer Weise traf Magdeburg die Entscheidung Freitagnachmittag, als es der Verbandsgemeinde als Träger von zehn Kitas und zwei Horten kaum mehr möglich war, die Eltern von rund 600 betreuten Kindern und sonst Betroffene auf den üblichen Wegen zu erreichen.

Bei einem am Sonnabend eilig einberufenem Treffen von Kita- und Hortleiterinnen, Personalabteilung sowie Sozial- und Ordnungsamt mit dem Verbandsgemeindebürgermeister, legten die Beteiligten fest, dass Kitas und Horte Montag und Dienstag noch für eine Übergangsfrist für alle geöffnet sind, um Zeit für die Lösungssuche zu haben.

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Kinder, bei denen bekannt ist, dass ein Elternteil Zuhause ist und der Nachwuchs in Eigenregie betreut werden kann, sollen demnach aber schon ab heute nicht mehr angenommen werden.

Für Kinder – selbstredend symptomfrei –, die über Dienstag hinaus betreut werden müssen, weil die Eltern in Berufen und Bereichen tätig sind, die am Laufen gehalten werden müssen, informiert sich die Verbandsgemeinde per Fragebogen bei den Müttern und Vätern über das Beschäftigungsverhältnis, um schnell zu planen und im Einzelfall zu entscheiden, wie und wo die weitere Betreuung gewährleistet werden kann und wie dringlich diese ist. Ein Prozedere, bei dem Rüdiger Kloth auf das Verständnis aller Betroffenen zählt: „Liebe Eltern, diese Maßnahmen sind sinnvoll und notwendig, um eine weitere Ausbreitung dieser Krankheit zu verzögern und bestenfalls zu verhindern. Wir bitten daher um Ihr Verständnis. Einzelinteressen müssen in einer solchen Situation im Dienst des Gesundheitsschutzes der Allgemeinheit zurück stehen. Dies ist unser Kenntnisstand mit heutigem Datum. Wie die weitere Entwicklung und eventuelle Änderungen in der Risikobetrachtung seitens der Landesbehörden aussehen, können wir noch nicht beurteilen. Wir werden Sie aber zeitnah informieren und arbeiten dabei eng mit dem Landkreis Stendal zusammen“, heißt es in dem Papier, das heute allen Eltern übergeben wird.

Für die Eltern von Schulkindern gilt: Pädagogen und Betreuer sind laut Anordnung des Landkreises nach wie vor in der Dienstpflicht, um vorerst im Rahmen einer Notfallbetreuung, die Kinder aufzunehmen, die nicht alleine zu Hause bleiben können.