Arneburg l „Alle sind möglich“, sagte Eckhard Herrmann zu den von Einwohnern in Augenschein genommenen Entwürfen zu Heinrich I., dem auf dem Arneburger Burgberg ein Denkmal gesetzt werden soll. Jedoch hat der Eberswalder, der seit 47 Jahren als Metallbildhauer künstlerisch und kreativ tätig ist, auch seine Favoriten. Zu den Zeichnungen, die in der Stadthalle präsentiert wurden, gesellte sich auch ein 25 Zentimeter großes Modell, das wohl in die engere Wahl kommt.

Arneburgs Bürgermeister Lothar Riedinger stellte klar, dass die Meinungen der Bürger zum Aussehen des künftigen Denkmals gefragt sind. Auch deshalb rief er diese Einwohner-Versammlung, zu der er sich mehr Bürger gewünscht hätte, ein. Anschließend werden auch die Arbeitsgruppe „Burgberg“ und der Stadtrat, der letztendlich über Figur und Größe befindet, diskutieren, wobei das Meinungsbild der Versammlung am Donnerstag in die Beratung einfließen soll. Für Lothar Riedinger kristallisierten sich nach den Meinungen der Arneburger „zwei, drei Entwürfe“ heraus.

Schon seit mehreren Jahren liegt dem Stadtrat die Gestaltung und damit die Schaffung eines attraktiveren Umfelds auf dem Burgberg am Herzen. So wurde auch eine entsprechende Arbeitsgruppe gegründet, die den Vorschlag des Kultur- und Heimatvereins für ein Denkmal Heinrichs I. in der Elbestadt aufgriff. Der aus dem Geschlecht der Liudolfinger Stammende war im 10. Jahrhundert früherer König des Ostfrankenreiches und für den Bau zahlreicher Burgen entlang der Elbe verantwortlich. Auch für die Arneburg.

Bilder

Das an diesem Abend präsentierte Modell ist kupfergetrieben – in dieser Art würde Herrmann, der während des Studiums den altmärkischen Künstler und Diplom-Designer Rüdiger Laleike (Stendal) kennenlernte, der wiederum zum Kontakt der Arneburger zu ihm verhalf, auch die überlebensgroße Figur auf dem Burgberg gestalten. So sie denn gewollt ist. Der Eberswalder spricht von einer Höhe von etwa 2,20 Metern ohne Sockel. Schließlich sollte Heinrich I. nach den Vorstellungen der Arneburger auch von der Elbe aus sichtbar sein.

Beim Modell hält Heinrich der Vogler, wie er später genannt wurde, einen Plan in den Händen. Natürlich den Plan für die spätere Burg. Was nicht fehlen darf: die Krone, das Schwert als Zeichen der Wehrhaftigkeit, eine Art Amtskette um den Hals und –ein Vogel auf der Schulter. Eine zweite Variante sieht den Burg-Begründer mit einem ausgestreckten Arm. Wie Eckhard Herrmann informierte, müsste diese nach Südosten ausgerichtet werden. Er zeigt in Richtung der Ungarn, die zu jener Zeit durch die Ungarneinfälle traurige Berühmtheit erlangten. Eine weitere Variante, die von einigen am Donnerstagabend favorisiert wurde, ist der sitzende Heinrich, den Herrmann als Entwurf auf Papier brachte. Der 70-Jährige lässt den früheren König auf einem Thron sitzen. Als Vorgabe für den schlichten Sitz diente ihm ein Bild von Karl dem Großen, der im 8. Jahrhundert lebte. Von Heinrich I. dagegen gibt es kaum bildnerische Darstellungen. „Man weiß nicht, wie er aussah. Da kann ich mich völlig entfalten“, sagte dazu der Metallbildhauer, der dies eher positiv betrachtet. Bei einer Ausstellung über Heinrich I. konnte er ein Bild in Augenschein nehmen, das allerdings etwa 200 Jahre nach seinem Tod entstand und daher auch angezweifelt werden dürfte.

Einen genauen Standort hat die Arbeitsgruppe noch nicht auserkoren. Erst nach der Entscheidung über das Aussehen und die Größe soll der spätere Platz für Heinrich I. und damit für das Denkmal festgelegt werden. Fördermittel sollen beantragt werden. Übrigens soll die Geburtsstunde für die Arneburg laut Historikern im Jahr 925 liegen.