Seehausen l Am Sonnabendabend sangen viele Seehäuser und ihre Gäste auf dem Postplatz gegen Krieg und Terror an. Am Vormittag trafen sich schon ein paar Ehrenamtliche am Umfluter und sorgten dafür, dass die Hansestadt im Frühjahr wieder ein ganzes Stück bunter wird. Einst bei einem Dienstbier ins Leben gerufen, ging die Steckaktion für Blumenzwiebeln auf Initiative von Gärtner Christian Schwander und Stadtrat Willi Hamann jetzt bereits zum vierten Mal über die Bühne. An die große Glocke hängen sie den Tag der Pflanzaktion nicht, weil sie eine verlässliche Truppe zusammen haben, die die Arbeit bislang immer an einem Sonnabend im Oktober erledigten. Anders beim Besorgen des Steckmaterials.

Während sie sonst bei Sponsoren vorsprachen und die Sache zum Teil selbst finanzierten, riefen sie dieses Mal in der Volksstimme zu Spenden für neue Frühjahrsblüher auf. Das Argument, dass mit einem vergleichsweise kleinen Beitrag von 5 Euro ein großer Beitrag für die Verschönerung Seehausens geleistet werden kann, stieß auf große Resonanz. Am Ende zählte Christian Schwander rund 500 Euro, für die die Gärtnerei 4600 Krokuszwiebeln und 25 Kilogramm Osterglockenzwiebeln ordern konnte. Die Krokusse vor allem in gelb und blau, die Osterglocken in allen Farbschlägen, die Zucht und Markt hergeben.

Nachdem sie ihre Art des „Guerilla Gardenings“ schon auf einigen Wiesen im Stadtgebiet umgesetzt haben, setzten sie ihr im vergangenen Jahr begonnenes Werk auf der östlichen Seite des Umfluter fort. Also dort, wo Caravan-Touristen ihr Domizil beziehen, wo die Stadtinfo zu finden ist, das Grüne Klassenzimmer eingerichtet wurde und wo es viele Leute für einen kurzen Spaziergang ins Grüne zieht.

Die Kommune und die Stadtarbeiter sind über die Aktionen im Bilde und wurden auch dieses Mal über den Ort der Steckaktion in Kenntnis gesetzt, damit die betreffenden Wiesen erst dann gründlich gemäht werden, wenn sich die Frühjahrsblüher wieder zurückgezogen haben. Auf Krokusse und Osterglocken war die Wahl deshalb gefallen, weil die Blumen robust gegen Krankheiten sowie Schädlinge sind, sich selbst vermehren. Ideal wäre nach Vorstellungen Schwanders ein Blumenteppich, „der im Frühling so richtig reinknallt“.

Bevor die Blütenpracht genossen werden kann, ohne sie – wie in den zurückliegenden Jahren auch geschehen – zu pflücken, musste am Sonnabend Schweiß vergossen werden, weil sich der trockene Boden gegen das Werkzeug der Blumen-Botschafter wehrte.