Fahrrad-Tourismus

Die erste Ladesäule für E-Bikes in der Verbandsgemeinde Seehausen soll nach Beuster

Kommunale Tourismusförderer sprechen sich für Elbedorf und weitere Anschaffungen aus

Von Ralf Franke

Seehausen

In diesen Tagen wird die Ladesäule für E-Bikes angeliefert, die die Verbandsgemeinde Seehausen als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune (AGFK) Sachsen-Anhalt bekommt. Die Interessenvertretung mit Sitz in Aken hatte mit finanzieller Unterstützung des Landes 52 Exemplare angeschafft. Die Empfänger müssen lediglich für einen Aufstellort, den Stromanschluss und die künftige Betreuung sorgen.

Geht es nach dem Willen des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus der Verbandsgemeinde Seehausen, der am Montagabend tagte, soll die Technik ihren Platz in Beuster bei der Schäferei Schuster bekommen.

Strategisch günstig für Radtouristen

Für Beuster spreche insbesondere die strategisch bedeutende Lage bei Touristen, weil sich vor Ort der Elberadweg, der Altmark-Rundkurs, der Milde-Biese-Aland-Weg und die Straße der Romanik treffen. Dazu seien Einkehrmöglichkeiten beim Deichbäcker, im Rosencafé Werder oder bei Schusters vorhanden. Und mit dem Blaulichtmuseum, den beiden Kirchen und nicht zuletzt der Landschaft an der Alten Elbe gebe es auch genug zu sehen, um die Ladezeit von einer bis anderthalb Stunden zu überbrücken, bekräftigte Brigitte Packebusch aus der Bauverwaltung die Meinung des Ausschussvorsitzenden, der sonst noch Wahrenberg oder Wanzer und nicht zuletzt die Stadt Seehausen auf seiner Rangliste hatte. Wobei Dirk John anerkannte, dass Beuster sehr stark von Pedalrittern frequentiert werde und dass der Anteil an Radfahrern, die mit elektrischer Unterstützung unterwegs sind, kräftig wächst.

Die Familie Schuster, hieß es auf Nachfrage, habe großes Interesse bekundet. Hofladen und Café bieten auch die längsten Öffnungszeiten. Außerdem gehen die Ausschussmitglieder davon aus, dass auf dem Hof meist immer ein Ansprechpartner anwesend ist.

Wenn sich an der Konstellation nichts ändern sollte, muss jetzt noch geklärt werden, an welcher frei zugänglichen Stelle die Ladesäule ihren Platz finden kann. Für einen Stromanschluss ist im Gegensatz zu einem Punkt auf der grünen Wiese beziehungsweise auf dem Deich jedenfalls schon einmal gesorgt. Was noch fehlt, ist ein kleines Fundament fürs stabile Aufstellen. Ob und wie die Kosten für den Energieverbrauch am Ende abgerechnet werden, muss noch vertraglich geregelt werden. Ein Entgelt für die Nutzer sei an der Ladesäule jedenfalls nicht vorgesehen, so Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler). Im Bedarfsfall müsse ein Zwischenzähler her, über den der Stromverbrauch im Rathaus angemeldet werde. Den Verbrauch schätzt Kloth indes als sehr gering ein. Erstens nehmen Fahrradakkus verhältnismäßig wenig Energie auf. Außerdem verfüge die Station nur über zwei Anschlüsse.

Stückpreis von 2500 Euro regt zum Nachdenken an

Die AGFK konnte einen Einzelpreis von rund 2500 Euro pro Ladesäule erzielen. Das ist offenbar eine Preisklasse, die die Verantwortlichen bestärkt, in den nächsten Haushalten eine Summe für ein oder zwei weitere Ladestationen einzustellen, von denen auch Seehausen profitieren könnte. Außerdem ist der vergleichsweise niedrige Preis für Mitgliedskommunen oder Privatleute Motivation, selbst etwas für die moderne Art des Fahrradtourismus zu tun.