Sommerkunstmeile in der Hansestadt

Die etwas andere Bildergalerie in Seehausen ist eröffnet

Wer im August den Seehäuser Einzelhandel beehrt, kann zum Beispiel beim Anprobieren Bilder anschauen oder Bilder anschauen und dabei Sachen anprobieren. Die Kunstmeile der Malfrauen aus Krüden und der Hansestadt macht das zum fünften Mal möglich.

Von Ralf Franke
Malfrauen, Bürgermeister und  Gewerbetreibende eröffneten auf dem Seehäuser Markt am gestrigen Montagnachmittag die fünfte Sommerkunstmeile in  Seehausen.
Malfrauen, Bürgermeister und Gewerbetreibende eröffneten auf dem Seehäuser Markt am gestrigen Montagnachmittag die fünfte Sommerkunstmeile in Seehausen. Foto: Ralf Franke

Seehausen - Die Sommerkunstmeile ist bereits seit 2017 Bestandteil des Seehäuer Veranstaltungskalenders. Zum fünften Mal wurde die Ausstellung, die die Malfrauen aus Krüden beziehungsweise der Gemeinde Aland und der Hansestadt gemeinsam gestalten, am gestrigen Montag auf dem Markt eröffnet. Wie gehabt geschah das mit Sekt, Saft und Wasser, aber ohne Bilder. Denn die sind (bislang) nicht im Freien zu sehen, sondern „nur“ in den Schaufenstern der Geschäftsleute.

Es werden wieder reichlich 200 Werke sein, die die Hobbykünstlerinnen in den Auslagen von fast 30 Ladengeschäften drapiert haben. Gerne auch in denen, die derzeit nicht belegt sind, um zumindest temporär für Farbe in den sonst meist leeren Schaufenstern zu sorgen. Ende des Monats werden die meisten Öl- und Acrylbilder, Zeichnungen, Aquarelle oder Collagen wieder abgebaut sein. Bis auf die Auslage auf der nord-östlichsten Ecke des Platzes. Dort ist eine Auswahl der Kunstwerke zwölf Monate im Jahr zu sehen.

Bei der fünften Ausstellungseröffnung sprach Christine Kloss aus Wanzer durchaus schon von einer Tradition, die weder die derzeit zehn beteiligten Hobbykünstlerinnen noch die Einzelhändler in der Mühlen- und in der Großen Brüderstraße abreißen lassen wollen, weil beide Seiten von der Aktion profitieren.

Während die Malfrauen eine Plattform bekommen, um ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren und der Termin gerade in den Corona-Nachwehen Ansporn war, sich nach der Zwangspause gemeinsam zum Malen aufzuraffen, lockten die Bilder zusätzlich Kunden in die Geschäfte, betonte Optikermeisterin Ellen Rosik stellvertretend für die Gastgeber der Innenstadt.

Der Seehäuser Bürgermeister Detlef Neumann spendierte die Erfrischungen, weil er Gefallen an der Aktion gefunden hat. In diesem Jahr freute er sich besonders auf den Einsatz der Malfrauen. Komme Seehausen so doch mal wieder positiv in die Schlagzeilen, so Neumann mit Blick auf Bahnhof, Losser Wald und die neue Anti-Autobahn-Front.

Sein Amtsbruder aus der Gemeinde Aland dürfte das ähnlich sehen. Hans-Joachim Hildebrand ermuntert dazu andere Vereine, aktiver zu werden und gern die Unterstützung der Kommune zu suchen. Die Malfrauen können bekanntlich ganzjährig im Krüdener Gemeindehaus „trainieren“.

Wegen der coronabedingten Schaffenspause entschuldigte sich Christina Kloss fast dafür, dass einige Bilder schon Teil der 2020er Sommerkunstmeile waren. Wenn sie es nicht erwähnt hätte, wäre es wohl kaum jemandem aufgefallen. Und eins ist noch geblieben. Nahezu alle Kunstwerke können nach Ende August noch länger und zu Hause betrachtet werden, wenn sie käuflich erworben wurden.

Neben Stillleben oder Fantasieobjekten gibt es  auch  Heimatmotive. So wie die in Sepia (es werden nur Brauntöne verwendet) gehaltene Ansicht von Beuster in Acryl   von Hannelore Massow.
Neben Stillleben oder Fantasieobjekten gibt es auch Heimatmotive. So wie die in Sepia (es werden nur Brauntöne verwendet) gehaltene Ansicht von Beuster in Acryl von Hannelore Massow.
Foto: Ralf Franke