Flessau l Für das unbefestigte Teilstück der Neuen Straße, das etwa in Höhe des Kindergartens beginnt und an Sport- und Spielplatz vorbei zur Dorfstraße führt, kamen Mitte 2016 Pläne für einen grundhaften Neubau auf. Besorgt, weil da vor ihrer Haustür eine Rennpiste entstehen würde, die noch dazu als sogenannte Erschließung zu 90 Prozent von den anliegenden Grundstückseigentümern finanziert werden müsste, setzten sich die acht Anwohner-Familien von Anfang an gegen das Projekt zur Wehr.

Sie beließen es aber nicht beim Nein. Sondern entwickelten in Zusammenspiel mit Baufachmann Willi Rehhagen eine eigene Variante, die sie am Montagabend im Ortschaftsrat vorstellten. Danach könnte die 12,50 Meter breite Auffahrt der Neuen Straße auf die Landesstraße durch eine Pflasterung befestigt werden.

Gleiches gilt für einen Wendehammer, der am anderen Ende der Straße und vor dem heutigen Kreuzungsbereich am Kindergarten entstehen würde. Das zwischen Auffahrt und Wendehammer gelegene Gros des rund 270 langen Straßen-Abschnittes bliebe unbefestigt und soll eine Oberfläche aus Splitt erhalten. Komplettiert würde das Vorhaben durch eine Muldenentwässerung. Mit den grob veranschlagten 50 000 bis 60 000 Euro, die dieses Vorhaben kosten würde, könnten sich die Anwohner anfreunden, stellte Jessica Helmke klar. Joachim Piotraschke plädierte zudem für eine schnelle Umsetzung. Der Abschnitt müsse zügig zur Sackgasse werden, bevor an der Grundschule die Sanierungsarbeiten beginnen. „Sonst fährt uns der Baustellenverkehr unsere Straße kaputt“.

Mehrere Ortschaftsräte zeigten am Montagabend Sympathie für die ins Spiel gebrachte Variante. Die von den Anwohnern gewünschte Abstimmung, mit der sich die Politiker klar positioniert hätten, kam aber nicht zustande. Bürgermeisterin Silvia Böker lehnte sie ab, „weil wir uns nicht auf diese Variante festnageln lassen. Die Verwaltung muss erst überprüfen, ob sie aus baulicher Sicht überhaupt so machbar ist“, begründete die Ortschefin. Dies soll schon in den nächsten Tagen geschehen. Gebe es aus dem Rathaus grünes Licht, werde sich der Flessauer Ortschaftsrat ganz bestimmt auch hinter diesen Vorschlag stellen, zeigte sich Silvia Böker überzeugt.

Fällt diese Variante dagegen bei den Baufachleuten durch, dürfte auf dem Straßenabschnitt alles so bleiben wie gehabt. Die von den Anwohnern befürchtete Erschließung des Teilstückes scheint jedenfalls völlig vom Tisch. Das stellte Silvia Böker gestern auf Nachfrage der Volksstimme noch einmal klar. Dabei verwies sie auf die laufenden Planungen für die Neue Straße, in denen es nur noch um den Ausbau des Teilstückes zwischen der Grundschule und dem Kindergarten geht.