Beuster l Die Sanierung des Dorfplatzes in Beuster rund um die über 200 Jahre alte Schmiede wird erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben. Darauf einigten sich die Mitglieder des Stadtrates Seehausen im nicht öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung im Foyer der Wischelandhalle. Die Gründe für den Schritt sind vor allem zwischen Daumen und Zeigefinger zu suchen, denn letztlich scheitert das Vorhaben am Geld, bestätigte der Bürgermeister der Hansestadt, Detlef Neumann (parteilos), im Gespräch mit der Volksstimme.

Mit dem Beschluss in der Tasche kann das Bauamt der Verbandsgemeinde jetzt das Ausschreibungsverfahren stoppen, weil die bisherigen Angebote das Budget der Kommune in Größenordnungen sprengen würden. Einst mit rund 150 000 Euro berechnet, sollte das Umsetzen der Pläne nach den ersten Angeboten mit etwa 330 000 Euro mehr als das Doppelte kosten.

Zu viel für 80 Meter Straße

Das ist viel zu viel gab Neumann die mehrheitliche Meinung der Stadträte wieder, zumal das Kernstück des Vorhabens neben der Gestaltung des Schmiedeumfeldes mit Rasen und wassergebundenem Mineralgemisch die Sanierung von nur rund 80 Metern Straße sei, die zu DDR-Zeiten in Beton gegossen wurden und jetzt wohl auch noch eine Weile halten müssen, auch wenn es vielleicht nicht dem Idealbild einer Dorfansicht in Natursteinpflaster entspricht.

Was in dem Zusammenhang bitter aufstoßen dürfte: Für das Vorhaben waren Fördermittel über das Dorferneuerungsprogramm zugesagt. In den kommunalen Eigenanteil hätten Gelder fließen können, die noch von einem Immobilienverkauf für die Verwendung in der Altgemeinde Beuster auf der hohen Kante lagen. Dass es der Stadt mit dem Vorhaben ernst war und die Bürger sich bei der Gestaltung des Dorfmittelpunktes einbringen wollten, zeigte sich bei einigen Beratungsterminen, die seit 2016 auf der Tagesordnung standen.

Immerhin sind Tradi­tionsfeste wie zum Beispiel das Mai-Baum-Aufstellen oder der Weihnachtsmarkt auf dem Areal weiter durchführbar. Und mit der Breiten Straße, die am Gemeindeplatz in die Deichsstraße übergeht, sei ja wenigstens eine Seite des Dreiecks um die historische Immobilie bereits saniert, ließ das Stadt­oberhaupt durchblicken und präsentierte auch eine Möglichkeit, die Restgelder aus dem Immobilienverkauf noch vor Ort sinnvoll und zeitnah zu verwenden.

Eigenanteil für Kreisstraße

Wenn der Landkreis Stendal Anfang 2021 die Ortsdurchfahrt über den unteren Teil der Breiten Straße und die Wehlstraße in Richtung Geestgottberg saniert, muss sich Seehausen am Bau der Nebenanlagen beteiligen, zu denen unter anderem der Gehweg, Laternen und Begrünung gehören. Nach derzeitigem Stand der Dinge dürften bis zur Umsetzung der Pläne auch in Sachsen-Anhalt die Straßenausbaubeitragssatzungen und damit die finanzielle Beteiligung der Anlieger Geschichte sein. Da wäre das Geld gut aufgehoben, argumentiert Detlef Neumann.